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Winsen Was ein Buchstabe so anrichten kann
Celler Land Winsen Was ein Buchstabe so anrichten kann
07:56 26.09.2018
Das Schauspieler-Ehepaar Helmut Thiele und Regina Neumannbei ihrem Auftritt im Grooden Hus in Winsen. Quelle: Kimberly Wojahn
Winsen

Ein einziger falscher Buchstabe in einer E-Mail-Adresse und schon gerät man in Kontakt mit jemandem, den man nicht kennt, nie kennenlernen wollte, ja gar nicht wusste, dass er existiert. Und trotzdem kann sich aus solch einem Versehen ein kleines Drama entwickeln oder ein ganzer Roman. Im Fall von Daniel Glattauers Roman „Gut gegen Nordwind“ ist beides der Fall.

Der Roman wurde vor gut zehn Jahren zu einem Bestseller und das daraus dann entstandene Theaterstück gehört sogar dauerhaft zu den vielgespielten seiner Art. Das liegt sicher vor allem daran, dass viele Theater einen großen Bedarf haben an Stücken in kleiner Besetzung und mit wenig Aufwand. Und wenn dann sogar noch das Sujet stimmt, dann hat man als Autor genauso gute Karten wie als Theater und als Schauspieler.

Im Falle der Aufführung im Winser Grooden Hus hatte der örtliche Kulturkreis das Thiele-Neumann-Theater aus Osnabrück eingeladen, ein Privattheater des Ehepaars Helmut Thiele und Regina Neumann, die beide früher zusammen an den Theatern in Osnabrück und Celle gewirkt haben und daher in diesen beiden Orten besonders bekannt sind. So war dieses Mal der Winser Saal zur Freude der Veranstalter richtig gut gefüllt mit Menschen, die diese moderne szenische Love-Story erleben wollten. Und diese erlebten auch kurzweilige zwei Stunden mit einem lockeren Ping-Pong der eigentlich in geschriebener Form ausgetauschten Dialoge. Links saß Thiele als Leo Leike, rechts Regina Neumann als Emmi Rothner. Und wie es bei Mailverkehr so üblich ist, kam man ohne Umschweife zur Sache. Aber nur in der Hinsicht, dass man zunächst Zeilen belangloser Art austauschte. Aber bald wird es mehr und beide wissen nicht so recht, wie sie mit ihrer eigenen neuen Situation umgehen sollen. Sie empfinden einen gewissen Reiz in dem neutralen digitalen Raum einander ehrlich zu begegnen und wissen nicht so recht, ob sie diesen Reiz opfern sollen für ein konkretes Treffen. Das hält die Aufführung bis zum Schluss in Spannung.

Thiele und Neumann machen das gekonnt, aber teilweise zu eindimensional in der Darstellung. Beide neigen zu manirierter Sprechweise und verlieren sich immer wieder in sprachlichen Äußerlichkeiten. Sie sprechen, wohl eine Grundsatzentscheidung, die Mails nicht wie Mails sondern springen von Anfang an in einen Dialogton. Eine Spannung zwischen der Mailstilistik der Vorlage und dem Live-Sprechen entsteht nicht. Da wird leider einiges verschenkt, besonders von Regina Neumann. Thiele findet öfter zurück in einen sachlicheren Ton und kann dadurch immer wieder neue Bögen aufbauen. Trotzdem: Ein angenehmer Kulturabend, der zum Weiterlesen anregte.

Von Reinald Hanke

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