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Winsen Winsen: Droht Krizsan Parteiausschluss?
Celler Land Winsen Winsen: Droht Krizsan Parteiausschluss?
16:57 08.07.2014
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Krizsan, der seit den Gründerjahren bei der Öko-Partei ist und einst im Bundestag saß, hatte angekündigt, sich im Winser Rat der SPD-Fraktion anschließen zu wollen. Anlass waren unterschiedliche Auffassungen zum Jugendzentrum in der Gemeinde. „Eltern, der Rektor der Grundschule und alle in der Jugendarbeit Tätigen haben das von Bürgermeister Dirk Oelmann vorgeschlagene Modell befürwortet“, sagte Krizsan, trotzdem stimmten die beiden anderen Ratsmitglieder der Grünen, Dorothea Voßberg-Berger und Robert Scheer, gegen das Papier.

So war es allerdings in einer Fraktionssitzung der Grünen mehrheitlich beschlossen worden. Krizsan hat also gegen den eigenen Parteibeschluss votiert. Er sagt, bis zum Ende der Wahlperiode wolle er „die Gemeinde voranbringen“. Das sei in der Grünen-Fraktion nicht möglich. Auf CZ-Nachfrage wollte sich der Winser Grünen-Fraktionssprecher Robert Scheer nicht zu dem Vorgang äußern.

Der Celler Kreisvorsitzende der Grünen, Gerald Sommer, kündigte an, zügig Gespräche mit allen Beteiligten zu führen. Laut Satzung sei die Mitarbeit für Parteimitglieder in einer anderen Fraktion nicht möglich, stellte er klar. Jetzt prüfe der Landesverband den Fall. „Das ist für uns Grüne natürlich nicht zu ignorieren“, sagte Sommer zum Vorgehen Krizsans. Gleichwohl will der Kreisvorsitzende das Gespräch mit dem streitbaren Kommunalpolitiker – wohl nach wie vor der bekannteste Celler Grüne – suchen. „Wir arbeiten an einer Konsens-Lösung, auch im Hinblick auf seine Verdienste in den vergangenen 33 Jahren“, sagte Sommer. Ende Juli werde sich der Kreisvorstand mit der Causa befassen.

Es ist innerhalb kurzer Zeit der dritte ähnlich gelagerte Fall im Winser Rat. Nachdem sich Reiner Wilke der Zählgemeinschaft um die UWG angeschlossen hatte, leitete die SPD 2012 ein Ausschlussverfahren ein. Wilke trat dann selbst aus der SPD aus. Zuletzt wollten vier CDU-Mitglieder um Friedrich-Wilhelm Falke die Fraktion verlassen und eine eigene Gruppe gründen. Die vier machten dann aber einen Rückzieher.