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Winsen Winsen: Gemeinde verzichtet auf Sparkassen-Kauf
Celler Land Winsen Winsen: Gemeinde verzichtet auf Sparkassen-Kauf
17:19 29.01.2014
Von Simon Ziegler
Geld und Kontoauszüge gibt es - für Sparkassen-Kunden wie - Jan Scheefeldt derzeit noch in der Filiale an der Von-Reden-Straße. - Die Bank verkauft die Immobilie an die Villmann-Gruppe.  Quelle: Anne Friesenborg
Winsen (Aller)

Der Winser Verwaltungsausschuss hat einstimmig beschlossen, vom Kauf des alten Sparkassen-Gebäudes an der Von-Reden-Straße abzusehen. Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann hatte das Gremium zuvor darüber informiert, dass es einen weiteren Bieter für die Immobilie gegeben habe. Dabei handelt es sich um die hauptsächlich in der Instandsetzung von Güterwaggons tätige Villmann-Gruppe.

Im vergangenen Jahr hatten sich mehrere potenzielle Käufer für das Gebäude in bester Winser Ortslage interessiert. Die Gemeinde hatte ein Vorkaufsrecht und wollte darin Tourist-Info und Bürgerbüro unterbringen. Mit der Sparkasse wurde Einigkeit erzielt, als Verkaufssumme war über einen Betrag zwischen 300.000 und 350.000 Euro spekuliert worden.

Laut Oelmann habe es in dem Verfahren einen ihm namentlich nicht bekannten Interessenten gegeben. Vor wenigen Wochen habe sich dann herausgestellt, dass es die seit vielen Jahren in Winsen ansässige Villmann-Gruppe war, die das Gebäude kaufen wollte. Diese plant eine Betriebsvergrößerung und sucht im Rahmen strategischer Überlegungen dringend passende Räumlichkeiten. Daraufhin habe er den Kontakt zu dem Unternehmen gesucht und mehrere Gewerbeimmobilien angeboten.

„Diese wurden auch besichtigt, doch leider war nichts dabei, was den Anforderungen entsprochen hätte. So war es dann nur logisch aus Sicht des Unternehmers, sich über die Grenzen Winsens hinaus nach Räumlichkeiten umzuschauen, wo er dann auch relativ bald fündig wurde“, sagte Oelmann. Im Klartext: Die Villmann-Gruppe wäre möglicherweise aus Winsen weggegangen. Als Alternative sollen Gebäude in Celle und einer Nachbargemeinde von Winsen im Gespräch gewesen sein. Der Weggang sollte verhindert werden, schließlich handele es sich „um einen langjährigen guten und zuverlässigen Gewerbesteuerzahler, der hier zudem zehn neue Arbeitsplätze schaffen wird. Die Alternative wäre der Verlust von Arbeitsplätzen und der Gewerbesteuer gewesen. Ich bin froh, dass von allen Parteien ein positives Signal für den Wirtschaftsstandort Winsen ausgegangen ist.“

Die Villmann-Gruppe hat ihren Firmensitz seit 1982 in der Bahnhofstraße in Südwinsen. Das Unternehmen beschäftigt deutschlandweit über 600 Mitarbeiter, rund 30 arbeiten in Winsen, sagte Seniorchef Manfred Villmann. Neben der Instandhaltung von Güterwaggons betreibt Villmann ein eigenes Eisenbahnunternehmen mit 30 Lokomotiven, auch in den Bereichen Hafenlogistik und Immobilien ist die Gruppe tätig. „Unsere Schaltzentrale ist in Winsen“, so der Firmenchef. Dass ein Weg gefunden wurde, in der Gemeinde bleiben zu können, sei „für alle eine sehr gute Lösung“, erklärte Villmann.

Sowohl das Unternehmen als auch die Gemeinde betonen, dass mit der Sparkasse alles besprochen sei. Wo Bürgerbüro, Tourist-Info und Bücherei stattdessen untergebracht werden sollen, ist noch nicht bekannt. Oelmann sagt, dass man sich nach anderen Lösungen umgesehen habe. „Wir wollen natürlich im Ortskern bleiben.“