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Winsen Winsen: Gutachten schnell umsetzen
Celler Land Winsen Winsen: Gutachten schnell umsetzen
16:36 30.06.2011
Von Simon Ziegler
Pausenhof der HS Winsen Quelle: Peter Müller
Winsen (Aller)

Kein Zweifel, Winsen würde stark profitieren. Wenn die Vorschläge von Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau politisch eine Mehrheit finden, würde die Gemeinde über Jahrzehnte als zentraler Schulstandort im Celler Westkreis zementiert.

Krämer-Mandeau, der für den Kreis Celle das Gutachten erstellt hat, plädiert dafür, dass Haupt- und Realschule Winsen zu einer Oberschule zusammengefasst werden. Dort wird zudem ein gymnasialer Zweig angestrebt. Darüber hinaus sollen die beiden Grundschulen vierzügig zusammengelegt werden.

Vor allem die Aussicht, vor Ort eine attraktive Oberschule mit gymnasialen Angebot ins Leben zu rufen, ist für Winsen ein echter Trumpf. Die Winser Kommunalpolitik drückt daher mächtig aufs Tempo. Noch vor der Sommerpause sollen alle Vorbereitungen für die Umgestaltung der Schullandschaft getroffen werden, sagt Bürgermeister Dirk Oelmann. Schon am Mittwoch will der Gemeinderat den Weg für die Zusammenlegung der beiden Grundschulen freimachen.

Von der Gemeinde ist vorgesehen, die beiden Grundschulen „Am Amtshof“ und „Am Gildesweg“ am Standort Amtshof zusammenzufassen. Die organisatorische Bündelung soll schon zum 1. Februar 2012 erfolgen, damit 2012/2013 der erste Jahrgang gemeinsam eingeschult werden kann. Zusätzlich wird „Am Amtshof“ ein Anbau vorbereitet, um das Gebäude für den ganztägigen Schul- und Hortbetrieb bereit zu machen. Dieser Anbau könnte laut Oelmann zwischen einer und zwei Millionen Euro kosten.

Finanziert werden soll das Vorhaben über den Verkauf des Grundschulgebäudes „Am Gildesweg“, das dem Landkreis Celle als Träger der weiterführenden Schulen für seine Planung zur Verfügung gestellt werden soll. Räumlich ergeben sich am Meißendorfer Kirchweg große Veränderungen. Der neuen Oberschule stünden die Räume der Grundschule Gildesweg, der Astrid-Lindgren-Förderschule (geht in die Hauptschule) und der Realschule zur Verfügung. „Die Räume reichen für eine große Sekundarschule mit allen Optionen aus“, schreibt der Gutachter.

Doch in Winsen sollen nicht nur neue Schulen, sondern auch ein Sportpark entstehen. Mit dem „Sportpark West“ kommt eine alte Idee mit dem Schulgutachten wieder auf die Agenda. Zwischen Schulen und Schwimmbad könnte eine Anlage mit mehreren Sportplätzen, kleinem Stadion und Mehrzweckhalle geschaffen werden. Bürgermeister Oelmann ist optimistisch, den Sportpark umzusetzen, „weil der Landkreis für die Schulen sein Sportstätten-Angebot ausweiten muss“.

In Sachen Schulpolitik ist sich die Winser Politik traditionell einig. „Wir haben jahrelang parteiübergreifend für ein gymnasiales Angebot gekämpft. Jetzt ist der Kreistag gefordert, wo wir für eine zügige Entscheidung kämpfen werden“, sagte Maximilian Schmidt (SPD). „Eine Oberschule mit gymnasialem Zweig, für Winsen ist das ein Segen“, so CDU-Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Falke. Der Kreistag wird Ende August über Teile der Reform entscheiden.