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Winsen Winsen schafft Brenntage ab
Celler Land Winsen Winsen schafft Brenntage ab
16:55 22.03.2012
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Eines der umstrittensten Themen in der Gemeinde Winsen ist vom Tisch. Die Brenntage, die in den vergangenen Jahren viel Ärger verursacht haben, sind Geschichte. Anfang März durfte in der Gemeinde zum letzten Mal Gartenabfall verbrannt werden. Der Gemeinderat entschied am Mittwochabend mit knapper Mehrheit von 14 zu 11 Stimmen, dass es künftig keine Brenntage in Winsen und seinen Außendörfern mehr gibt. Zwei Politiker enthielten sich bei der Abstimmung.

Vorausgegangen war eine intensive Debatte, die zeigte, wie umstritten das kollektive Verbrennen von Grünabfall in der Gemeinde ist. Während im Kernort Winsen die Gegner in der Mehrheit sind, hatten sich die Ortsräte von Thören/Bannetze, Walle, Meißendorf und Südwinsen im Grundsatz für die Beibehaltung ausgesprochen. Auch in Wolthausen ist man mehrheitlich klar der Auffassung, dass die Tage nicht abgeschafft werden sollen, auch wenn ein Votum des Ortsrates bis zur Gemeinderatssitzung nicht vorlag, wie Ortsbürgermeister Christian Peters (CDU) am Mittwoch im Grooden Hus ausführte.

Die Entscheidung geht auf einen Antrag von SPD und Grünen zurück, der im April 2011 gestellt worden war. Zur Begründung hieß es darin, dass die Brenntage immer wieder zu erheblichen Beschwerden führten. Die starke Rauchentwicklung bei feuchtem und regnerischem Wetter sorge für enorme Belastungen bei Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Brenntage sind landkreisweit auf dem Rückzug. Mehrere Kommunen haben sie in den vergangenen Jahren abgeschafft. Es gibt aber nach wie vor Gemeinden, in denen es an bestimmten Tagen im Jahr erlaubt ist, Grünabfall zu verbrennen. So darf in Wietze vier Mal im Jahr gefeuert werden. Auch dort sind die Brenntage äußerst umstritten. In die Karten der Winser Gegner spielt jetzt auch die Tatsache, dass es inzwischen im Gemeindegebiet eine Annahmestelle gibt. Die Firma Lindhorst Garten- und Landschaftsbau GmbH in Schmalhorn nimmt im Auftrag des Abfallzweckverbandes Laub, Gras sowie Baum- und Strauchschnitt entgegen.

Neben dem Wolthauser Ortsbürgermeister Peters sprachen sich auch seine Amtskollegen Heinrich Leymers aus Thören und Wilhelm Claus Köhler (alle CDU) aus Meißendorf für die Beibehaltung aus. Leymers betonte, dass die Annahmestelle von Thören und Bannetze weit weg sei. Außerdem hätten einige Bürger in den Dörfern sehr große Grundstücke und seien somit auf das Verbrennen angewiesen. UWG-Ratsherr Hans-Jürgen Giesler, zugleich Vorsitzender der Interessengemeinschaft des Thörener Wochenendgebietes, warnte davor, die Vorteile des Landlebens, zu denen eben auch die Brenntage gehörten, aufzugeben.

Die Gegner sehen das freilich ganz anders. Bürgermeister Dirk Oelmann las am Mittwoch im Gemeinderat einen Brief der Polizei vor. Der Wietzer Polizeichef Rüdiger Flader macht darin auf die starke Beanspruchung der Einsatzkräfte an den Brenntagen aufmerksam, weil zahlreiche Bürger sich über das Verbrennen beschweren. „Lassen Sie uns endlich diesen Schritt vollziehen. Brenntage spalten seit Jahren die Bevölkerung“, so Oelmann. „Es ist an der Zeit, die Brenntage abzuschaffen“, pflichtete ihm SPD-Ratsherr Maximilian Schmidt bei.