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Winsen Winsen stimmt über Ritterspiele ab
Celler Land Winsen Winsen stimmt über Ritterspiele ab
16:23 28.09.2016
Von Simon Ziegler
Das Winser Ritterturnier kostet Geld. Macht der Gemeinderat den Weg zur zehnten Meisterschaft frei? Quelle: Ulrich Frassl
Winsen (Aller)

Darüber stimmt noch der „alte“ Rat ab. Zwar haben inzwischen Kommunalwahlen stattgefunden, doch das „neue“ Gremium tagt erstmals Anfang November. In den bisherigen Abstimmungen dieser Wahlperiode gab es immer eine stabile Mehrheit für die Ritterspiele, weil sich SPD und CDW stets für die Spiele ausgeprochen hatten. Auch am Donnerstag?

Bei der CZ-Podiumsdiskussion kurz vor der Kommunalwahl hatten die Parteivertreter ihre – inzwischen bekannten – Positionen in Sachen Ritter erneuert. SPD und CDW betonten den touristischen Mehrwert für die Gemeinde, CDU und UWG kritisierten, dass die Gemeinde Winsen das alleinige finanzielle Risiko trägt und der Ritterbund Hartmann von Aue nicht stärker in die Verantwortung genommen wird. Entlang dieser Argumentationslinien dürfte auch heute in der Ratssitzung diskutiert werden. Bei den Spielen in diesem Jahr war ein Verlust von 16.500 Euro eingefahren worden.

Bürgermeister Dirk Oelmann sagte, dass bei der SPD jeder völlig unabhängig entscheiden könne, es gebe keinen Fraktionszwang. „Ich sage, die Veranstaltung ist wichtig für Winsen. Ich stimme dafür“, sagte der Verwaltungschef, der das finanzielle Risiko für vertretbar hält. In fünf Jahren sei ein Minus von 60.000 Euro angefallen, davon gingen 20.000 Euro an Winser Vereine. Sollte der Rat grünes Licht geben, würden 2017 die zehnten Rittermeisterschaften im Kreis Celle ausgetragen. Dazu will Oelmann dann auch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil einladen.

Unterdessen fiebert der Ritterbund der Entscheidung der Politik entgegen. „Natürlich freuen wir uns alle, wenn die Meisterschaft wieder in Winsen stattfindet. Da hängt von uns allen viel Herzblut drin“, sagte Ritterbund-Chefin Sabine Angelov. Zugleich stellte sie klar, dass die Akteure mit der Veranstaltung kein Geld verdienen wollten. „Es geht um Taschengelder, eine Aufwandsentschädigung. Wir sind Hobbyisten.“ Einsparpotenzial gebe es nicht. „Dann müsste man die Veranstaltung verkleinern, zum Beispiel die Kinderanimation weglassen. Das würde zulasten der Besucher gehen.“

Die Ratssitzung beginnt um 19 Uhr im Grooden Hus. Es geht auch um das Schleusenwärterhaus in Bannetze und den Halbjahresbericht der Gemeinde.