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Winsen Winsen votiert für Vereins-Haus
Celler Land Winsen Winsen votiert für Vereins-Haus
19:23 06.12.2016
Winsen (Aller)

Im Haesler-Bau soll ein „Haus der Vereine“ entstehen. Dass diese Entscheidung, die eigentlich noch der alte Gemeinderat Ende Oktober fällen sollte, jetzt zustande kam, ist aber nur der Tatsache zu verdanken, dass mit Burkhard Hoppenstedt und Heinrich Leymers zwei Mitglieder der CDU-Fraktion fehlten. Sonst hätte es mit 15 zu 15 Stimmen ein Patt gegeben, an dem jeder Antrag hätte scheitern können.

Die Fronten in der Sitzung am Montagabend im Grooden Hus waren klar: Auf der einen Seite SPD, CDW und Grüne, die den Antrag der Verwaltung mit Bürgermeister Dirk Oelmann unterstützten, auf der anderen Seite CDU, UWG-FDP-Gruppe und AfD. Knapp 40 Zuhörer verfolgten die Sitzung, in der viele Argumente noch einmal auf den Tisch kamen.

„Die CDU beantragt, das gesamte Gelände vom Landkreis Celle zu erwerben“, bezog Wiltrud Schumann für ihre Fraktion Position. Bauliche Veränderungen könnten haushaltsverträglich über mehrere Jahre vorgenommen werden. Die Gemeinde müsse die Gestaltungsmöglichkeiten für dieses Areal in die Hände bekommen, nicht ein Investor. Schumann beantragte geheime Abstimmung.

Horst Arndt plädierte für die UWG-FDP-Gruppe ebenfalls dafür, das gesamte Areal vom Landkreis für 1,2 Millionen Euro zu erwerben und als Zentrum für Kultur, Vereine, Senioren, aber auch mit der Schaffung von Büroräumen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Winsens zu nutzen. Er listete insgesamt zehn Punkte auf, die für diese Lösung sprächen. Auch Susanne Rotermund (AfD) forderte den Kauf des gesamten Geländes. Der Neubau könnte dann unter Auflagen weiterverkauft werden. Das Areal sei mehr wert als die 1,2 Millionen Euro.

„Mit dem Verkauf des Areals soll die neue Dreifeld-Halle finanziert werden“, machte Oelmann deutlich. Bauherr des Sportparks sei die Gemeinde, der Landkreis übernehme zwei Drittel der Kosten für die Halle. Für die Oberschule müsse der Landkreis keine neue Turnhalle bauen, sie sei mit den vorhandenen Möglichkeiten versorgt. „Das ist die Aussage des Landkreises“, stellte Oelmann klar. Er wies den Vorwurf von Hans-Günther Grunke (CDU) zurück, ohne Mandat der Politik mit Aldi gesprochen zu haben. Er habe Dinge ausgelotet, Absprachen seien nicht vorgenommen worden, die an den Gremien vorbeigegangen wären. Auch seien ihm keine weiteren Investoren bekannt, die ernsthaft am Areal interessiert seien, sagte der Bürgermeister.

Bauamtsleiterin Anke Schumann bestätigte eine Aussage von Ina Boy (SPD), dass im Dach der Turnhalle Asbest verbaut sei, für die anderen Gebäude könne sie keine Aussage treffen. Bevor dann abgestimmt wurde, appellierte Arndt noch einmal eindringlich an seine Ratskollegen. „Jeder von uns trägt die Verantwortung dafür, wie die Weichen für Winsen gestellt werden“, führte er aus. Die drei sehr ähnlichen Anträge von CDU, UWG-FDP und AfD wurden für das Votum unter „Komplett-Erwerb“ zusammengefasst. Das wurde in geheimer Abstimmung mit 15 zu 13 Stimmen abgelehnt. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung erhielt anschließend in namentlicher Abstimmung 15 Ja-Stimmen bei 13 Enthaltungen.

Von Joachim Gries