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Winsen Winsen will weiter investieren
Celler Land Winsen Winsen will weiter investieren
16:19 17.03.2017
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Kämmerin Anke Schumann plant – trotz steigender Steuereinnahmen und niedriger Zinsen – mit einem Defizit von 1,3 Millionen Euro. Es ist eine vorsichtige Schätzung, in den vergangenen Jahren haben sich die Zahlen immer besser entwickelt als angenommen. So war für 2016 mit einem Minus von einer Million Euro kalkuliert worden, am Ende wurde ein Überschuss von 650.000 Euro erzielt. Dass jetzt kein ausgeglichener Etat vorgelegt wird, begründet Schumann mit einer Reihe von Ausgaben, für die in den vergangenen Jahren kein Geld da war – 315.000 Euro sind für die Unterhaltung der Straßen, 30.000 Euro für Arbeiten an Brücken oder 20.000 Euro für die Wiederherstellung der Heidefläche eingeplant. Planungskosten für den Sportpark und das Neubaugebiet schlagen mit 400.000 Euro zu Buche.

Auch in diesem Jahr plant die Gemeinde einige Investitionen. Die größten Posten sind der Ausbau von Schul-, Kanonen- und Schützenstraße mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,5 Millionen Euro. Die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung wird mit 200.000 Euro angesetzt.

Bürgermeister Dirk Oelmann sprach von „konstruktiven Beratungen“. Alle seien der Meinung, „dass wir vom Kaputtsparen wegkommen müssen“, so der Verwaltungschef. SPD-Fraktionschefin Ina Boy ergriff für die Gruppe SPD/CDW/Grüne das Wort. Auch sie hält Investitionen für richtig: „Wenn nicht jetzt, wann dann lautet die Devise, denn momentan sind die Zinsen so gering, dass man unbedingt alles, was notwendig ist, auch sanieren, restaurieren oder neu bauen muss.“

Christian Peters, Vorsitzender der CDU-Fraktion, problematisierte die steigenden Schulden. Das Hauptaugenmerk müsse künftig darauf liegen, „einen Haushalt ohne neue Schulden zu erreichen“. Das wichtigste Projekt der kommenden Jahre werde sein, die Wirtschaftsbetriebe Allertal „auf solidere Füße zu stellen“, so Peters. „Dieses Jahr müssen wir die Rekordsumme von 580.000 Euro zur Verfügung stellen. Die WBA entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden.“

Horst Arndt, Sprecher der UWG/FDP-Gruppe, kritisierte, dass die Personalkosten immer weiter steigen. 2015 sei für Personal 6,1 Millionen Euro ausgegeben worden, 2017 schon 7 Millionen. Auch der Schuldenstand der Gemeinde bereite ihm Sorgen. Positiv seien dagegen Straßensanierungen und die Unterstützung von Kitas und Vereinen. Arndt: „Es gibt negative und positive Aspekte. Wir enthalten uns.“