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Winsen Winser Ausgleichsfläche liegt in der Wedemark
Celler Land Winsen Winser Ausgleichsfläche liegt in der Wedemark
18:26 02.03.2017
Quelle: Gemeinde Winsen
Winsen (Aller)

Doch die BUND-Kreisgruppe meldet Bedenken an. „Aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes und der Nachhaltigkeit sind mit der Planung erhebliche Verluste an Lebensräumen für geschützte Tier- und Pflanzenvorkommen verbunden“, geht aus der Stellungnahme hervor. Gerade im Hinblick auf Ausgleichsflächen ist der BUND kritisch.

Die Gemeinde hat inzwischen festgelegt, wo ein Ausgleich in Sachen Naturschutz stattfinden soll. Da die Fläche überbaut und somit auch versiegelt wird, habe dies auch Auswirkungen auf den Boden, erläutert Verwaltungschef Dirk Oelmann. Sträucher, Hecken, Bäume und Grünflächen müssen dem Bauvorhaben weichen. Schönreden will der Bürgermeister den Verlust nicht, denn dies stelle eine "erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes" dar. Nachteilig wirke sich das Bauvorhaben aber nicht auf die Schutzgüter wie Wasser, Klima und Luft aus, da diese "unterhalb der Schwelle der Erheblichkeit liegen", so Oelmann.

Nach langen Diskussionen, Prüfungen und Abwägungen habe die Politik einstimmig festgestellt, "dass wir den Schul- und Sportpark nicht nur wollen, sondern auch brauchen", erklärt Ina Boy (SPD). Klar ist für die Lokalpolitikerin, dass dies Folgen für Natur und Umwelt habe. "Diese müssen durch gesetzliche Vorgaben wieder aufgefangen werden."

Um den Verlust der vorhandenen Biotopstrukturen, die von grünlandartiger Vegetation, flächigen Gehölzen bis hin zu Einzelbäumen reichen, auszugleichen, setzt die Gemeinde auf unterschiedliche Flächen. "Ein Teil der erforderlichen Kompensation erfolgt innerhalb des geplanten Schul- und Sportparks", so Oelmann. Mit dem Bannetzer Moor hat die Gemeinde zudem weitere Flächen, die dem Ausgleich dienen. Boy spricht sich für diese gemeindeeigene Fläche aus, "um in mittelbarer Nähe den geforderten Ausgleich an Grünflächen zu schaffen und den betroffenen Arten die Möglichkeit der Neuentwicklung zu geben."

Doch dies reicht nicht aus. Die Gemeinde verfügt nicht über ausreichende Flächen. Externe Angebote wurden eingeholt. Nun ist die Verwaltung in der Region Hannover fündig geworden, denn der Ausgleich muss nicht auf Gemeindegebiet erfolgen. "Grundsätzlich ist dies von der Baugesetzgebung so gestattet", erläutert Boy. Dieses zielt darauf ab, den Lebensraum insgesamt zu erhalten und für die Wegnahme Ersatz zu schaffen.

"Die Flächen in der Wedemark sind als geeignet anerkannt und es handelt sich hierbei um die günstigste Alternative", erläutert Oelmann. Die Fläche gehört einem privaten Grundeigentümer, der mit der Forstbetriebsgenossenschaft eine Vereinbarung über die Nutzung als Erstaufforstungsfläche geschlossen hat. "Mit dem von der Gemeinde zu zahlenden Betrag sind alle Kulturkosten, Pflegekosten sowie gegebenenfalls notwendige Nachbesserungen abgegolten", erläutert der Verwaltungschef.