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Winsen Winser Bürgermeister lässt Kandidatur offen
Celler Land Winsen Winser Bürgermeister lässt Kandidatur offen
09:44 27.06.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: Michael Schäfer
Winsen (Aller)

Dabei nimmt er explizit Bezug auf den Eklat in der Winser Ratssitzung vor einer Woche. Oelmann hatte den Hauptamtsleiter und langjährigen Rathaus-Mitarbeiter Dirk Burghardi als Ersten Gemeinderat und Nachfolger von Berthold Walter vorgeschlagen. So soll es bereits vor eineinhalb Jahren verabredet gewesen sein, als im Rathaus eine neue Verwaltungsstruktur eingeführt wurde. Doch Burghardi wurde nicht gewählt, ihm fehlten zwei Stimmen. Eine Mehrheit im Gremium hatte sich enthalten oder gegen ihn gestimmt.

Oelmann hat das Wahlergebnis als Abstimmung gegen seine Arbeit und seine Person gewertet. Es sei einzig und allein darum gegangen, ihm zu schaden, sagte er nach der Sitzung. Dafür machte er CDU, UWG, FDP und AfD verantwortlich. In einer E-Mail an seine Mitarbeiter schrieb der Verwaltungschef: "Dass um meinetwillen auf dem Rücken von Mitarbeitern solche persönlichen Befindlichkeiten ausgetragen werden, ist für mich ein grausamer Akt, mit dem ich derzeit noch nicht umzugehen weiß." Dieser Satz ist dem Vernehmen nach im Rathaus so aufgefasst worden, dass Oelmann einen Rückzieher machen und nicht wieder als Bürgermeister-Kandidat antreten könnte.

Wie sich herausstellt, zu Recht. Er habe auch eine Schutzfunktion gegenüber seinen Mitarbeitern, sagte der Bürgermeister der CZ. "Ich muss mir schon die Frage stellen, ob ich das verantworten kann. Es ist schwierig, damit umzugehen." Dass sich einige politische Gegner in Winsen wohl darüber freuen dürften, wenn der Sozialdemokrat nicht mehr antritt, weiß Oelmann. Doch seine Befindlichkeiten stellt er hintenan, sagt er. "Erst kommt die Familie, dann die Gemeinde, dann ich."

Den Job als Bürgermeister bezeichnet er als seinen "Traumberuf" – trotz einer überaus anstrengenden Zeit mit vielen politischen Auseinandersetzungen in Winsen. Daran war er nicht unbeteiligt. Oelmann, das ist bekannt, geht keinem Konflikt aus dem Weg. Er hat ausgeteilt und eingesteckt. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Gemeinde Winsen unter seiner Führung in den vergangenen Jahren einen Schritt nach vorne gemacht hat. Der Schulstandort wurde erheblich gestärkt, die Gemeinde hat in Kitas und Krippen investiert, es wird an neuen Baugebieten gearbeitet. Es gibt nicht wenige Leute, die sagen, dass Winsen boomt. Das ist nicht Oelmanns Alleinverdienst, verstecken muss er sich mit seiner Bilanz aber gewiss nicht.

Dirk Oelmann, gerade 50 Jahre alt geworden, ist seit 2011 Bürgermeister in Winsen. Damals setzte er sich in der Stichwahl knapp gegen Albrecht Hoppenstedt (UWG) durch. Seine Amtszeit endet im März 2019. Schon Ende des Jahres 2018 soll die Bürgermeister-Wahl stattfinden. Bis zum Jahreswechsel 2017/18 will sich Oelmann entschieden haben, ob er für eine weitere Kandidatur zur Verfügung steht.