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Winsen Winser Familie endlich zusammen
Celler Land Winsen Winser Familie endlich zusammen
16:06 02.12.2011
Familienzusammenf¸hrung ist gelungen Quelle: Lothar H. Bluhm
Südwinsen

SÜDWINSEN. „Home sweet home“, steht auf dem kleinen Holzschild am Eingang zu dem hellen Winkelbungalow in Südwinsen – sinnbildlich für die Zukunft der Familie. „Das ist total toll“, freut sich Anja Thiele-Mansaray darüber, dass ihr Mann jetzt endlich zu Hause ist. Und die zehnjährige Tochter Emma ist auch überglücklich und drückt ihren neuen Vater herzlich.

Eigentlich hatte Anja Thiele-Mansaray schon befürchtet, dass sie ihren Mann in diesem Jahr nicht mehr sehen würde. Aber dann ging doch alles recht schnell. „Ich glaube schon, dass es etwas genutzt hat, dass von politischer Seite Einfluss genommen wurde und die Zeitung über unseren Fall berichtete“, ist sie sich sicher, denn nach den Interventionen meldete sich plötzlich das Verbindungsbüro der deutschen Botschaft in Dakar (Senegal) in Banjul im westafrikanischen Gambia bei Mansaray, der dann noch am gleichen Tag sein Visum in den Händen hielt.

Per Internet lernten sich die 45-jährige medizinische Fachangestellte und der 30-jährige dunkelhäutige IT-Techniker Alieu Sonny Mansaray kennen. Nach vier Monaten flog die Südwinserin nach Gambia und am 27. September heirateten sie. Es folgten die Sprachprüfung beim Goethe-Institut, mehrstündige Partnerinterviews und unzählige Anläufe zur Erteilung eines Visums im Rahmen der Familienzusammenführung.

Dabei startete die Zeit in Deutschland nicht ohne Probleme, denn schon während der achtstündigen Reise von Westafrika nach Hannover spürte der 30-Jährige heftige Kopf- und Knochenschmerzen. „Ich dachte, das seien Nebenwirkungen der Gelbfieber-, Meningitis- und Cholera-Impfungen“, erzählt Mansaray von der strapaziösen Tour. Dann aber kam 40 Grad Fieber dazu und der am Wochenende Dienst habende Arzt bestand auf einer Krankenhauseinweisung. Dort wurde Blut untersucht. Ergebnis: Malaria tropica. Das erforderliche Medikament war so schnell weder im Krankenhaus noch in einer Celler Apotheke verfügbar, so dass Thiele-Mansaray in der Bahnhofsapotheke in Hannover das Rezept einlösen musste. „Das Mittel wirkte wirklich schnell innerhalb eines Tages“, klingt er noch heute erleichtert. Inzwischen geht es Sonny Mansaray wieder gut. Blutkontrollen folgen.

Nun steht der Integrationskurs bei der Volkshochschule Celle an: „Das sind 650 Stunden Deutschunterricht, Landeskunde und Kultur“, sagt er und hofft, dass er dann in seinem Beruf als IT-Techniker Arbeit findet. „Wir sind da ganz flexibel“, sagen beide Eheleute, wenn er Arbeit in Celle, Hannover oder Bremen finden sollte. Aber die Sprache sei der Schlüssel zum Bildungserfolg, bezieht sich Thiele-Mansaray auf Politikerworte, dass gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Vielfalt in unserem Land längst Realität ist. Deshalb achtet Emma auch streng darauf, dass Sonny Mansaray viel deutsch spricht.

Von Lothar H. Bluhm