Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Winser Grundschule schon wieder zu klein
Celler Land Winsen Winser Grundschule schon wieder zu klein
18:17 18.01.2017
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Damals, als die beiden Winser Grundschulen zusammengelegt wurden, sei für eine vierzügige Schule geplant worden, erinnert sich Werner. Doch heute sei die Grundschule durchgängig fünfzügig. Im ersten Jahrgang sind es sogar sechs Klassen. Werner: „Die Schule wurde für 16 Klassen geplant, jetzt sind wir schon bei 21.“ Um alle Schüler unterrichten zu können, wurde im vergangenen Jahr ein Computerraum zu einem Klassenraum umfunktioniert.

Insgesamt besuchen 480 Kinder die Grundschule, es ist die größte Grundschule im Landkreis Celle. Und die Tendenz ist steigend. In diesem Sommer verlassen 113 Kinder die Schule, eingeschult werden etwa 120.

Bürgermeister Dirk Oelmann sagt, dass die Gemeinde bereits bei der Planung des Neubaus auf den größeren Bedarf hingewiesen habe. Genau wie die Grundschule. Doch vom Landkreis Celle sei signalisiert worden, dass dann das Darlehen aus der Kreisschulbaukasse geringer ausfallen würde. Der Landkreis würde sich bei der Berechnung von Schulgrößen auf eine sogenannte Schulbauhandreichung aus den 80er Jahren berufen, sagt Oelmann. „Ich denke, man hätte damals flexibler planen können“, kritisiert der Winser Verwaltungschef.

Hätte die Grundschule von Anfang an deutlich größer konzipiert werden müssen? Dass Winsen Zuzugsgemeinde ist, ist jedenfalls seit Jahren bekannt. Doch auch andere Faktoren spielen beim Raumbedarf eine Rolle, etwa die Inklusion. Grundsätzlich gilt: Je mehr Kinder mit Inklusionsbedarf eine Schule besuchen, desto größer ist der Raumbedarf. Denn wenn mehr Inklusiv-Kinder in einer Klasse sind, sinkt der Klassenteiler. Das heißt: Aus einer Klasse werden ab einer bestimmten Zahl zwei Klassen, mit entsprechenden Folgen für den Raumbedarf.

Klar ist aber auch: Die Schule gönnt sich den „Luxus“, mehrere Fachräume zu haben. Grundschulen bräuchten aber nicht notwendigerweise Computerräume, Räume für Werken und Co., heißt es in besagter Schulbauhandreichung. Diese sei aber seines Wissens nach gar nicht mehr gültig, sagt Werner. Es gebe allerdings keine überarbeitete, neue Fassung.

Wie es jetzt weitergeht, ist unklar. Die Grundschule hat bereits Gespräche mit der Gemeinde über eine Erweiterung geführt. Ausgang offen.