Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Winser Hauptschule: Mehrheit für Grundstückstausch
Celler Land Winsen Winser Hauptschule: Mehrheit für Grundstückstausch
17:15 19.10.2016
Von Simon Ziegler
In der alten Winser Hauptschule könnte ein "Haus der Vereine" eingerichtet werden. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

Am Dienstag stimmte der Kultur- und Sportausschuss mit knapper Mehrheit von fünf zu vier Stimmen für den vom Rathaus skizzierten Weg. Demnach würde der Discounter Aldi das Areal vom Landkreis für 1,2 Millionen Euro erwerben. Aldi würde der Gemeinde das Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem der Haesler-Bau steht. In diesem würde ein „Haus der Vereine“ eingerichtet. Im Gegenzug erhielte der Discounter die gemeindeeigene Parkplatzfläche an der Poststraße.

Bei der Abstimmung votierten Vertreter von SPD, CDW sowie der parteilose Julius H. Krizsan für diesen Vorschlag. CDU und UWG stimmten dagegen. Es war die erste Abstimmung einer ganzen Reihe von Ausschüssen. Endgültig entschieden werden soll am Donnerstag, 27. Oktober, im Gemeinderat.

Für SPD und CDW spielen finanzielle Gründe eine entscheidende Rolle. Wenn die Gemeinde das komplette Areal kaufen würde, käme man inklusive Sanierungen und Umbauarbeiten auf eine Summe von 2,8 Millionen Euro. Dazu kämen jährliche Kosten von 186.000 Euro. „Um das zu finanzieren, müssten wir die Grundsteuern um 45 Prozentpunkte erhöhen. Da geht meiner Meinung nach kein Bürger mit“, sagte SPD-Fraktionschefin Ina Boy gestern der CZ.

Ähnlich argumentiert Friedrich-Wilhelm Falke (CDW). „Mir sind die Kosten für den gesamten Komplex zu hoch. Wir können uns das nicht leisten. Wir wollen ja auch den Sportpark und die neue Sporthalle finanzieren“, sagte er. Dafür gebe der Landkreis Celle nur dann Zuschüsse, wenn er das Hauptschulareal verkauft.

Für Julius Krizsan ist die Sache ebenfalls klar. „Das ist die günstigste Lösung. Die Gemeinde bekommt im Tausch gegen die Parkplatzfläche den Schulbau und kann dort ein ‚Haus der Vereine‘ einrichten. Ich denke, damit ist allen gedient. Das gesamte Areal zu kaufen, hätten wir nicht gewuppt“, sagte er.

UWG und CDU sehen das anders. Beide Fraktionen legten am Dienstag Anträge mit eigenen Vorschlägen vor. Horst Arndt (UWG) plädierte dafür, eine Bürgerbefragung zur künftigen Nutzung der Hauptschule durchzuführen, fand dafür aber keine Mehrheit. Der Vorschlag wurde mit fünf zu vier Stimmen abgelehnt. Genauso erging es der CDU. Die Christdemokraten fordern, dass die Gemeinde das gesamte Areal vom Landkreis kauft. „Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wäre das finanzierbar“, sagte Hans-Günter Grunke der CZ. Die Gebäude sollten als Begegnungsstätte für die Dorfgemeinschaft nutzbar gemacht werden, heißt es im CDU-Antrag. „Der gesamte Schulkomplex, mit dem ältesten Gebäude, dem Haesler-Bau, ist Ortsbild prägend und muss auch aus diesem Grund erhalten werden. Ein Abriss der Gebäude, damit an diesem Ort ein kommerzielles Großprojekt entstehen kann, würde die Seele des Dorfes beschädigen“, schreibt die CDU. Derzeit sieht es aber so aus, dass nur der Haesler-Bau erhalten bleibt. Bleibt es bei den Mehrheiten, werden Sporthalle, 70er-Jahre-Bau und Toilettenhäuschen abgerissen.