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Winsen Winser Heimatverein baut wieder
Celler Land Winsen Winser Heimatverein baut wieder
16:03 30.09.2016
Von Simon Ziegler
Passt gut in das Ensemble bäuerlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude auf dem Museumshof: Holger Strauch (links) und Ralf Kühl vom Heimatverein vor dem 200 Jahre alten Schweinestall.
Winsen (Aller)

Es geht um ein für Winsen typisches Nebengebäude. Es steht zurzeit noch etwa 400 Meter vom Museumshof entfernt und wurde 1826 von dem Landwirt – dem Brinksitzer und „Musicus“ – H. H. Bartels gebaut. Es diente als Stall für Ziegen, Schweine und Hühner sowie für die Zwischenlagerung von Holz- und Torfvorräten.

Dieses historisch interessante Gebäude passt gut in das Ensemble bäuerlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude auf dem Museumshof und soll zukünftig dem Arbeitskreis „Winser Flößer“ im Heimatverein zur Verfügung stehen, teilte der Verein jetzt mit. Das Gebäude soll im ersten Bereich des Museumshofes in der Nähe der Alten Celler Heerstraße errichtet werden. Dafür muss das Holzlager der Flößer umgesetzt werden, das seinen neuen Platz auf der Apfelwiese hinter dem Kalandhof finden soll.

Der alte Schweinestall wird nicht eins-zu-eins wiederaufgebaut, sagte Holger Strauch, Leiter des Arbeitskreises Flößer. Das neue Gebäude wird 5 mal 15 Meter groß sein. Dort sollen eine Schmiede, eine Zimmereiwerkstatt und ein offener Schauraum eingerichtet werden.

Insgesamt kostet das Projekt bis zu 80.000 Euro, schätzt der Heimatverein. Vieles wird in Eigenarbeit geleistet, außerdem wurde ein Zuschussantrag bei der Sparkassenstiftung gestellt. Daneben schauen sich die Verantwortlichen nach weiteren Drittmitteln um, erklärte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Felicitas Bergner. Geplant ist, dass der Wiederaufbau bereits im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll.

Der Winser Heimatverein hat seit seiner Gründung Ende der siebziger Jahre 14 historische Gebäude wieder aufgebaut. Die letzten waren das Archivgebäude samt Flößerstube und der Treppenspeicher als Lagerraum für den Museumshof und das Café im Jahr 2011.

Die fast 200 Jahre nach 1826 sind indes nicht spurlos an dem alten Schweinestall vorüber gegangen, der jetzt abgetragen wird. Um das Gebäude fachgerecht wieder aufbauen zu können, benötigen die Bauherren alte Mauerwerksteine – sogenannte Handstrichziegel –, alte möglichst breite und lange Eichenbohlen oder auch alte, breite Kiefernholzbohlen und -bretter, alte Kiefernholzbalken sowie altes Eichenfachwerk. Wer helfen möchte, wendet sich an den Winser Heimatverein, Telefon (05143) 8140.

Simon Ziegler