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Winsen Winser Heimatverein würdigt Baumeister des Museumshofes
Celler Land Winsen Winser Heimatverein würdigt Baumeister des Museumshofes
18:21 24.03.2015
Von Simon Ziegler
Sechs der zehn Gründungsmitglieder: Heinrich Lindhorst, Reinhold Köppe, Jan Heuer, Jochen Köhler, Hermann Buchheister und Helmut Stahlmann (von links). Es fehlen: Georg Schulze, Ewald Hornbostel, Jürgen Meyer und Hans-Hermann Lindhorst. Das kleine Foto zeigt Männer des Heimatvereins Mitte der 80er Jahre beim Bau der Heuscheune.   Quelle: Benjamin Westhoff
Winsen (Aller)

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die im Landkreis Celle ihresgleichen sucht: Als am 23. März 1979 um 19 Uhr der Winser Heimatverein aus der Taufe gehoben wurde, ahnte wohl niemand, dass dreieinhalb Jahrzehnte später mehr als 700 Mitglieder den Verein unterstützen. Niemand konnte ahnen, dass in zehn Bauabschnitten alte Zwei-, Drei- und Vierständerhäuser sowie weitere Fachwerkgebäude wie Treppenspeicher und Backhaus wiederaufgebaut wurden, so dass ein ganzes Dorf entstand. Und Ende der 70er Jahre hatte wohl kaum jemand eine Vorstellung davon, dass sich das Ensemble rund um das Groode Hus zum kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum der Gemeinde entwickeln würde.

Damit die Historie in Erinnerung bleibt, hat jetzt das Vereinsmitglied Gabriele Scheibner eine Broschüre vorgelegt. „Der Winser Museumshof und seine Baumeister“ heißt das Werk. Scheibner sprach mit den zehn Gründern des Heimatvereins, von denen die meisten Baumeister des Museumshofes wurden. „Diese 140-seitige Broschüre ist so eindrucksvoll und inhaltsreich, dass wir uns entschlossen haben, dass jedes Vereinsmitglied ein solches Exemplar bekommt“, sagte der Vereinsvorsitzende Heinrich Lindhorst.

Mit welchen Problemen die Ehrenamtlichen zu kämpfen hatten, erläuterte er am Beispiel des Grooden Hus, dem „größten Brocken“, wie er sagte. „Es handelt sich um eines der größten niederdeutschen Hallenhäuser der Allerniederung. Es stand ursprünglich in Buchholz bei Schwarmstedt und wurde 1795 gebaut.“ Zunächst gab es im Vorstand keine Mehrheit für den Wiederaufbau, Lindhorst selbst hatte wegen der vielen Arbeit „schlaflose Nächte“. Die Winser suchten das Gespräch mit Oberkreisdirektor Klaus Rathert in Celle und man fand eine Lösung für die finanziellen Fragen. Kreis, Land, Gemeinde und Sparkasse gaben Geld dazu, die Mitglieder leisteten viel Eigenarbeit, bis das Groode Hus schließlich im Sommer 1991 fertiggestellt war.

Insgesamt wurden im Museumshof fast 3,3 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung gestellt, um alle 15 Gebäude aufzubauen. „Viel Geld, aber ich glaube, es gibt kein Freilichtmuseum in der Bundesrepublik in der Größe, das so preiswert erstellt worden ist“, sagte Lindhorst.

Auch Rathert nahm am Sonntag an der Feierstunde teil. „Es ist ein Geschenk für Ihre Heimat, für Winsen, für den Landkreis Celle, für Niedersachsen und darüber hinaus“, sagte der frühere Verwaltungschef beim Kreis. Er kenne keine Gemeinschaft in Deutschland, „die in ehrenamtlicher, dabei professioneller Arbeit Vergleichbares geschaffen hat, was im Museumshof steht und lebt“, würdigte er die Arbeit der Winser Baumeister.

Doch ohne Geldgeber wie die Sparkasse hätte das Museumsdorf nicht gebaut werden können. „Das Wissen um das ideelle Engagement im Winser Heimatverein ist für uns als Sparkasse die Voraussetzung, lhre Arbeit mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Wir tun das sehr gerne. Denn es gibt ein Attribut, das den Winser Heimatverein mit dem Museumshof und der Sparkasse Celle verbindet. Es ist die regionale Verbundenheit“, sagte Stefan Gratzfeld vom Vorstand der Sparkasse.

Bürgermeister Dirk Oelmann erklärte, dass der Museumshof im Gegensatz zu anderen Museen eine „reine Herz-, Kopf- und Muskelinitiative“ sei. Die Gründungsmitglieder hätten der Gemeinde ein Stück ihrer ldentität erhalten.