Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Winser Laienspieler erzählen den Zuschauern Seemannsgarn
Celler Land Winsen Winser Laienspieler erzählen den Zuschauern Seemannsgarn
18:51 18.09.2016
Die Schauspieler unterhielten die Zuschauer auf köstliche Weise. Dreimal war das Stück "Mein Mann, der fährt zur See" ausverkauft. Quelle: Michael Schäfer
Stedden

GUT HOLTAU. Natürlich stehen die „Eheleute Brammer“ (Ulrike Nieschütz und Siegfried Kott) aus dem Wirtshaus „Blauer Peter“ im Mittelpunkt des Geschehens – ohne sie hätten die Zuschauer auch nie die „liebe“ Verwandtschaft (Andrea Tanke als Schwester Malwine mit ihrem Mann Amandus Sötje alias Heiko Skodzik, Ingrid Schröter als Schwägerin mit Mann Friedrich alias Klaus Köhler) kennengelernt, die zum Geburtstag der Wirtin für 2 Mark Blumen schenkt, aber für 4 Markt essen will. Doch dazu kommt es nicht – es gibt Schnittchen – da der Gastwirt „zur See fährt“. Aber das ist gelogen, er muss für drei Monate einsitzen in Fuhlsbüttel, und um diese Lüge rankt sich das ganze Geschehen.

Doch als das Schiff, auf dem er angeblich als Koch angeheuert hat, kentert, stehen alle hinter der vermeintlichen Witwe und bieten ihre Hilfe an. Johannes Menck (Hartmut Schleisieck), der Schiffsmakler, Justus Alldag (Markus Schröter) als Kaufmann sowie der neue Kellner Adrian Pott (Moritz Knop/Ferdinand Stabbauer) und das Hausmädchen Ulli Stichling (Franziska Walter). Die Verwandtschaft tritt auf die Bühne, der Orchesterchef (Eike Formella) stimmt auf der Mundharmonika „Spiel‘ mir das Lied vom Tod“ an. So traurig alles ist: Es ist köstlich.

Orchester und Chor („Fifty Fifteen Gospelchoir“) mit zahlreichen Solisten ergänzen das Bühnengeschehen, wunderschöne Stimmen, dazu immer das passende Lied. Sei es „I‘m Sailing“ am Anfang der Geschichte, „Junge, komm bald wieder“, „True Love“, „My Bonnie Is over the Ocean“, „Sittin‘ on the Dock of the Bay“, „My Heart Will Go On“ und „Auf der Reeperbahn“ oder als Abschluss „Yellow Submarine“ und „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“. Das Publikum applaudiert und singt mit. Vielleicht auch Teil des Puzzles?

Und nicht zuletzt die Bewirtung durch die Familie von Hardenberg. Die Schauspieler fühlten sich, als seien sie bei der Familie „eingezogen“, und auch den Zuschauern unter der Leitung von Patricia Schömburg ging es ähnlich. Ein Rundum-Wohlfühl-Abend, der auch noch lange nach der Vorstellung seine Fortsetzung fand.

Von Kirsten Pröve-May