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Winsen Winser Ritterturnier ohne Zukunft?
Celler Land Winsen Winser Ritterturnier ohne Zukunft?
18:19 27.11.2018
Von Simon Ziegler
Das Winser Ritterturnier findet 2019 wieder nicht statt. Quelle: Christian Link
Winsen

Ein Ritterturnier in Winsen wird es wie in diesem Jahr auch 2019 nicht geben. „Für 2019 sind bei uns keine Rittermeisterschaften angedacht und könnten jetzt auch nicht mehr geplant werden. Dafür ist der Vorlauf zu knapp“, sagte Bürgermeister Dirk Oelmann auf CZ-Nachfrage.

Usus war es zuletzt, dass spätestens Ende des Jahres die Politik im Winser Gemeinderat darüber abgestimmt hatte, ob die Deutsche Meisterschaft der Ritterschaften im Mai des Folgejahres stattfinden wird. Doch wie im vergangenen Jahr hat auch jetzt niemand beantragt, dass die Veranstaltung 2019 wieder ausgetragen werden soll – weder die Gemeinde, noch die Wirtschaftsbetriebe Allertal, noch eine politische Partei hat die Initiative ergriffen. Und wo kein Antrag ist, wird auch nicht abgestimmt. Die Spiele finden dann einfach nicht statt. Oelmann: „Wir haben vom Ritterbund Hartmann von Aue, unserem Vertragspartner, keine Information erhalten, dass 2019 eine Meisterschaft ausgetragen werden soll. Meines Wissens nach ist der Ritterbund derzeit nicht aktiv, die Website endet jedenfalls mit der Meisterschaft 2017.“

Finanzielles Risiko bei der Gemeinde

Nachdem die Veranstaltung in Winsen im politischen Raum immer umstritten war, weil das finanzielle Risiko bei der Gemeinde lag, wurde die Veranstaltung für 2018 ausgesetzt. In vier von sechs Jahren machte die Gemeinde zuvor einen finanziellen Verlust. Nur bei der Premiere 2012 und im Jahr 2015 lag man im Plus. Die Wirtschaftsbetriebe Allertal als Veranstalter machten 2014 ein Defizit von 7400 Euro, 2016 von 16.000 Euro und 2017 von 6300 Euro. Negativer Höhepunkt war das Jahr 2013, als heftige Regenfälle für den Abbruch der Veranstaltung sorgten. Das Minus lag bei 36.000 Euro. Die Befürworter der Spiele wiesen dagegen immer auf den touristischen Mehrwert hin.

Bürgermeister Oelmann machte schließlich den Vorschlag, das Ritterturnier in einem Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus in Winsen auszutragen. Ob das Turnier auf den Allerwiesen aber noch eine Zukunft hat, scheint derzeit fraglich. Schon nach den letzten Spielen im Jahr 2017 waren Stimmen laut geworden, die nach zehn Meisterschaften in Hermannsburg und Winsen Veränderungen am Konzept des Turniers angemahnt hatten. Doch es müsste zuallererst irgendein Akteur die Initiative ergreifen, um die Spiele überhaupt wieder auf die Tagesordnung der Lokalpolitik zu holen. Und dieser Schritt ist derzeit nicht in Sicht, auch wenn Oelmann sagt: „Sollte für 2020 eine Anfrage kommen, dann setzen wir uns gern wieder mit der Thematik auseinander.“

Ritterbund hält am Standort fest

Der Ritterbund Hartmann von Aue würde eine Neuauflage eines großen Ritterturniers auf den Winser Allerwiesen begrüßen. „Wir würden uns freuen, wenn es weitergeht. Wir halten am Standort in Winsen fest. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in Winsen war super“, sagte Ritterbund-Chefin Sabine Angelov. Der Standort sei wegen der Verkehrsanbindung ideal.

Sollte das Ritterturnier dauerhaft nicht mehr stattfinden, würde im Kreis Celle eine weitere Großveranstaltung verlorengehen. In Hermannsburg werden die Heidelandgames seit diesem Jahr nicht mehr auf die Beine gestellt. Schon seit einigen Jahren finden in Hambühren die Info-Tage und das Schleusenfest nicht mehr statt. In der Stadt Celle ist die Fête Française vom Veranstaltungskalender verschwunden.

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