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Winsen Winser Vereine in Sorge wegen Hallenverkauf
Celler Land Winsen Winser Vereine in Sorge wegen Hallenverkauf
19:01 16.06.2016
Quelle: Felix Hemme
Winsen (Aller)

Die Winser Vereine SSV Südwinsen und MTV Fichte Winsen machen mobil gegen den geplanten Verkauf und Abriss der alten Hauptschulhalle, ohne dass aus ihrer Sicht für ausreichenden Ersatz der Übungszeiten gesorgt ist. „In dieser Halle trainieren die Turn- und die Tischtennisabteilung“, sagte MTV-Sprecher Felix Hemme. Die beiden Sparten hätten gut 800 Mitglieder. „Sollten nicht genügend Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden, besteht die reale Gefahr, dass viele Mitglieder weggehen. So etwas wäre existenzgefährdend“, so Hemme.

Der Landkreis verhandelt derzeit über den Verkauf des alten Hauptschulstandortes an der Poststraße. Nach CZ-Informationen soll es sich bei dem Interessenten um die Firma Aldi handeln, die dort offenbar einen Neubau plant, um weiter ins Zentrum zu rücken. Eine offizielle Bestätigung von Seiten des Landkreises gibt es dafür nicht. Kreisrat Bernd Niebuhr teilte lediglich mit, dass man derzeit mit einem potenziellen Investor in Verhandlungen steht und noch Detailfragen wie der Erhalt des Haeslerhauses geklärt werden müssten.

Im Kreistag gab es von Landrat Klaus Wiswe für den MTV Fichte ebenfalls keine befriedigende Antwort. „Der Landkreis ist für den Schulsport zuständig und überlässt die Hallen kostenfrei den Vereinen, sofern sie dafür nicht benötigt werden“, so Wiswe. Es sei deshalb Aufgabe der Gemeinde, für Ersatz zu suchen. Der Kreis wolle dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen.

Hemme sieht den Kreis aber im Rahmen der Daseinsvorsorge durchaus auch in der Pflicht und bekommt dabei Unterstützung vom Winser Kreistagsabgeordneten Maximilian Schmidt (SPD). „Der Landkreis kann sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen und auf die Gemeinde verweisen. Die Gemeinde Winsen hat am gesamten Areal Hauptschule keine Aktien, es gehört dem Landkreis. Deshalb muss der Landkreis auch dazu beitragen, dass für den Vereinssport hinreichende Hallenkapazitäten sichergestellt werden und die Halle nicht einfach verkauft wird“, so Schmidt. Wenn das nicht gewährleistet werden könne, dürfe der Verkauf nicht erfolgen.

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann ist hingegen guten Mutes, dass man die Zeit bis eine neue Halle 2019 fertig ist, gut überbrücken kann. „Der Kindersport hat Priorität und ansonsten müssen alle ein paar Einschränkungen hinnehmen, damit wir das Ziel, die neue Halle, erreichen“, so Oelmann.

Hemme ist allerdings skeptisch, wie das gehen soll. Die Vorschläge aus dem Winser Rathaus, nach Hambühren oder Wietze auszuweichen, funktionieren aus seiner Sicht jedenfalls nicht. „Wir haben dort mit den Vereinsvorsitzenden gesprochen. Die wissen davon nichts und haben selber Probleme, genügend Hallenzeiten zu bekommen“, so Hemme. Zudem werde sich die Situation im Winter verschärfen, wenn die Fußballer in die Halle drängen würden. Er hofft auf ein Hallenkonzept, dass diesen Problemen Rechnung trägt – und zwar bevor die Halle verkauft wird.

Von Tore Harmening