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Winsen Winserin: 70 Kilometer Geisterfahrt auf der A9
Celler Land Winsen Winserin: 70 Kilometer Geisterfahrt auf der A9
19:19 26.12.2011
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Wie durch ein Wunder ist an Heiligabend eine 70 Kilometer lange Geisterfahrt glimpflich ausgegangen. Gegen 22 Uhr war am Sonnabend kurz vor der Ausfahrt Bad Lobenstein eine 64-jährige Geisterfahrerin von Beamten der Polizeiinspektion Saale-Orla in Thüringen gestoppt worden. Ein Polizeibeamter habe geistesgegenwärtig einen Stopp-Stick vor den Daihatsu Cuore geworfen, berichtete die Thüringische Landeszeitung. Die Metallstifte bohrten sich in die Reifen.

Die Frau aus Winsen, behängt mit allerlei Christbaumschmuck, hatte ihr Auto „zum Schutz vor Strahlenbeeinflussung“ mit einer Tüllgardine drapiert. Zudem hatte sie aus Aluminium eine Art Helm gebastelt.

Sie war rund 70 Kilometer auf der Autobahn aus Richtung Bayreuth auf der falschen Seite in Richtung Berlin unterwegs. Siegfried Kloth von der Polizei Saale-Orla berichtete der CZ, dass die Frau ursprünglich von Celle nach Leipzig fahren wollte. Weil sie die Abfahrt nach Leipzig verpasst hatte, fuhr sie auf der A9 nach Süden bis Bayreuth weiter. Dort bemerkte sie offenbar ihren Fehler, wendete und setzte ihre Fahrt auf der selben Richtungsfahrbahn als Geisterfahrerin zurück nach Norden fort. In Bayern hatte sie die von der dortigen Polizei gestellten Straßensperren durchbrochen, so die örtlichen Medien.

Die Frau wurde trotz Widerstandes festgenommen. Aufgrund des Verdachts auf Unzurechnungsfähigkeit wurden ein Arzt hinzugezogen und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Winserin konnte schließlich die Fahrt in einem Taxi nach Leipzig fortsetzen, habe sich allerdings vehement über die „Polizeiwillkür“ beschwert, hieß es. Die Geisterfahrerin soll nicht im Besitz eines Führerscheins gewesen sein. „Um die Zeit war an Heiligabend fast niemand unterwegs. An einem anderen Tag hätte es mit Sicherheit einen Unfall oder sogar Tote gegeben“, sagte Kloth.