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Winsen Wolfsprojekt für Winsen gefordert
Celler Land Winsen Wolfsprojekt für Winsen gefordert
13:18 07.11.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Oliver Knoblich
Winsen (Aller)

Jens Palandt, Leiter des Artenschutzreferates im niedersächsischen Umweltministerium, und sein Mitarbeiter Konstantin Knorr gaben vorab einige Informationen zum Wolfsmanagement in Niedersachsen. "Ziel ist es, ein verträgliches Mit- und Nebeneinander von Mensch, Besiedlung sowie Weidetierhaltung und Lebensraum Wolf zu gewährleisten", sagte Palandt, der perspektivisch davon ausgeht, dass auch Tiere geschossen werden. Zunächst sollen aber alle Rudel in Niedersachsen – 14 sind offiziell nachgewiesen – besendert werden.

"Halten sie an. Machen Sie Lärm und versuchen Sie den Wolf zu verscheuchen, in dem sie sich zum Beispiel großmachen, Arme und Kleidungsstücke schwenken, den Wolf anschreien oder mit Gegenständen wie Stöcken und Steinen bewerfen", riet Knorr für den Fall, dass einem ein Wolf wider Erwarten folgt. Er betonte auf Nachfrage, dass man ohne Angst in den Wald gehen könne. Das gelte ausdrücklich auch für Kindergärten. Hunde sollten aber sicherheitshalber an die Leine genommen werden.

Zuhörer Christian Berge wollte wissen, ob die vermehrten Wolfssichtungen in der Gemeinde Winsen dafür sprechen, dass die Tiere aus dem Ostenholzer Moor weniger Scheu haben. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Wölfe an den Menschen gewöhnt sind", sagte Wolfsberater Jörg-Rüdiger Tilk. Knorr ergänzte, dass die Anzahl der Sichtungen nicht sehr groß sei. "Wir sind weit davon entfernt, dass ein Wolf täglich durch eine Ortschaft läuft", sagte der Vertreter des Umweltministeriums.

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann drängte aber darauf, in einem Projekt mehr über die Wölfe, die durch das Gemeindegebiet streifen, zu erfahren. "Dann könnten sich die Bürger etwas sicherer fühlen", sagte der Gastgeber, der das Gefühl hat, dass die Stimmung zur Akzeptanz des Wolfes derzeit kippe. An den CDU-Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann adressierte er genauso wie einige Gäste, dass die Gesetze der aktuellen Situation angepasst werden müssten.