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Winsen Zweiter Versuch
Celler Land Winsen Zweiter Versuch
15:53 30.11.2018
Von Simon Ziegler
Dirk Burghardi Quelle: Anne Friesenborg
Winsen

Eineinhalb Jahr nach dem Drama um Dirk Burghardi steht der Winser Hauptamtsleiter im Gemeinderat erneut zur Wahl. Am Donnerstag, 6. Dezember, wird die Politik über die Personalie abstimmen – zum zweiten Mal.

„Es wurde unter den Fraktionsvorsitzenden vereinbart, dass nach der Bürgermeisterwahl das Thema abschließend behandelt wird. Die Wahl ist gelaufen und somit ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Wahl vorzunehmen“, sagt Verwaltungschef Dirk Oelmann. Hintergrund ist aber auch, dass der wiedergewählte Bürgermeister nach dem Seitenwechsel von Wilhelm Köhler von der CDU zur CDW wieder eine Mehrheit im Gemeinderat hat, nachdem es in den vergangenen Jahren eine Patt-Situation gegeben hatte.

Dieses Mal stehe die Mehrheit, sagt Oelmann. Die Gruppe „Gemeinsam für Winsen“ mit SPD, CDW und Grünen werde genauso für Burghardi stimmen wie Bernd Harding (FDP) und er selbst, zählt der SPD-Bürgermeister vorab zusammen. Das wären 17 Stimmen, notwendig ist im Rat die absolute Mehrheit von 16 Stimmen.

Rückblick: Im Juni 2017 stand Burghardi schon einmal zur Wahl. Damals verfehlte er die nötige Mehrheit knapp. Gewählt wurde geheim. Vermutet wurde damals, dass CDU, UWG, FDP und AfD gegen ihn stimmten oder sich enthielten. Der Vorgang wurde von vielen in Winsen als unfair gegenüber Burghardi gewertet, weil es augenscheinlich darum ging, Bürgermeister Oelmann mit der Nichtwahl seines Vertrauten zu treffen.

Und das gelang: Oelmann reagierte äußerst angefasst auf die gescheiterte Wahl, sprach von einer „menschenverachtenden Tat“ und ließ in der Folge offen, ob er noch einmal als Bürgermeister-Kandidat antreten wird.

Der Rest ist bekannt: Er trat schließlich erneut an, gewann gegen Florian Hemme (CDU) und hat jetzt die recht komfortable Situation, mit einer Mehrheit im Gemeinderat seine Vorstellungen umzusetzen. Dass die Personalie Burghardi schnell wieder auf die Tagesordnung kommt, erscheint insofern nur logisch.

Dirk Burghardi (54) ist ein über alle Parteigrenzen hinweg geschätzter und versierter Verwaltungsmann. Er hat sich aus den vielen Scharmützeln der Winser Politik, nach allem was man weiß, immer herausgehalten. Vollends absurd wurde das Hickhack um Burghardi schließlich, als er wenige Monate nach dem Fiasko im Rat zum Allgemeinen Vertreter von Oelmann gewählt wurde – und zwar einstimmig. Der Landkreis Celle hatte verlangt, dass eine Regelung geschaffen wird, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinde sicherzustellen, sollte Oelmann verhindert sein. In Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern ist es üblich, dass im Rathaus ein Erster Gemeinderat – als Wahlbeamter für acht Jahre zuständig – als rechte Hand des Bürgermeisters arbeitet.

„Herr Burghardi genießt mein volles Vertrauen. Er ist der Verwaltung und den Mitarbeitern gegenüber stets loyal und fair. Darüber hinaus ist er das Bindeglied zwischen Verwaltung und Rat und genießt in beiden Bereichen hohes Ansehen“, sagt Oelmann über seinen Verwaltungsvize.

Im Gemeinderat am Donnerstag geht es neben der Burghardi-Abstimmung um zahlreiche weitere Themen: Die angedachte Ortsumgehung, eine Begegnungsstätte für Senioren und die Raumnot der Grundschule stehen auf der Tagesordnung. Breiten Raum dürfte die Debatte zum Haushalt des kommenden Jahres einnehmen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Grooden Hus.

Nach 2017 kommt das Duo Jenny & Jonny erneut ins Waller Sportheim. Dieses Mal ist es aber eine bewusste Entscheidung.

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