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Hintergrund Wer bringt die Weihnachtsgeschenke?
Mehr Hintergrund Wer bringt die Weihnachtsgeschenke?
14:48 20.12.2018
Um die Figur des Weihnachtsmannes ranken sich viele Mythen. Quelle: Kirsten Glatzer
Celle

In der Advents- und Weihnachtszeit haben Nikolaus, Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Christkind und Weihnachtsengel bekanntlich Hochsaison. Schon lange vor dem 24. Dezember sind sie beispielsweise auf Weihnachtsmärkten, in Fußgängerzonen und Kaufhäusern anzutreffen, wo sie sozusagen für ihren finalen Einsatz am Heiligabend trainieren. Was das Wissen um die Unterschiede zwischen den einzelnen Charakteren angeht, gibt es allerdings bei vielen Menschen Nachholbedarf. So sollen einige tatsächlich der Meinung sein, es handele sich bei Nikolaus und Weihnachtsmann um ein und dieselbe Person. Ein Irrglaube. Was beide eint, ist lediglich die Tatsache, dass sie Geschenke bringen – der Nikolaus schon sehr viel länger als der Weihnachtsmann.

Weihnachtsmann ist eine Kultfigur

Um es ganz klar zu sagen: Der Weihnachtsmann ist eine Kunst­figur, die eigens zu Werbezwecken ins Leben gerufen wurde. Mit der Erfindung seiner Person sollte – ganz und gar unromantisch – zur Weihnachtszeit der Umsatz im Handel gesteigert werden. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass er allen anderen – ob Nikolaus, Knecht Ruprecht oder Christkind – mehr oder weniger den Rang abgelaufen hat. Um ihn kommt in der Advents- und Weihnachtszeit niemand herum.

Zumindest im norddeutschen Raum ist der Mann mit dem roten Mantel die unangefochtene Nummer eins unter den Gabenbringern. Unterstützung bekommt er hin und wieder
vom Weihnachts­engel. So wie am vergangenen Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Winsen. „Ich habe so viel zu tun, dass ich hin und wieder Hilfe brauche“, erklärt Weihnachtsmann Andreas Thoneick. „Ich mach’ nur diesen einen Weihnachtsmarkt in Winsen, weil er für mich zu den schönsten im Landkreis gehört. Mehr schaffe ich zeitlich neben meiner Berufstätigkeit nicht.“

Weihnachten wird vorverlegt

Von diesem Engpass weiß auch Celles Weihnachtsmann Willi Dahmen ein Lied zu singen. Nicht allein, dass er Jahre im Voraus ausgebucht ist, es geht sogar so weit, dass Familien Weihnachten vorverlegen, um noch einen Termin bei ihm zu bekommen: „Dieses Jahr bin ich schon seit Wochen zu Bescherungen unterwegs und zum ersten Mal sogar am 25. und 26. Dezember, um alles zu schaffen.“

Und jetzt zum Nikolaus...

Aber was hat es denn nun mit dem Original, dem Nikolaus, auf sich? Der kam um das Jahr 280 in Lykien in der heutigen Türkei zur Welt. Er wurde Priester und später zum Bischof ernannt. Nikolaus war ein sehr barmherziger, mildtätiger Bischof, der sich der armen Menschen und Kinder annahm und für sie sorgte, wenn sie in Not waren. Am 6. Dezember 343 starb er im Alter von 73 Jahren. Das Nikolausfest am 6. Dezember wird bei uns also in Gedenken an ihn gefeiert. Der Brauch, in der Nacht zum 6. die Schuhe mit Leckereien zu füllen, basiert auf der Legende von drei Jungfrauen, die nachts vom Heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Im Ursprung war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung, in einigen Ländern ist er es noch heute. Infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde sie aber in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt.

... und dem Knecht Ruprecht...

Knecht Ruprecht ist übrigens der Assistent vom Nikolaus. Er trägt einen braunen Kapuzenmantel, fuchtelt bedrohlich mit der Rute rum und fragt erst mal nach, ob der zu Beschenkende denn im zurückliegenden Jahr auch wirklich brav war. Als Knecht und Begleiter des Heiligen Nikolaus ist er sozusagen für den unangenehmen Part bei der Begegnung mit der „Kundschaft“ zuständig. Manchmal allerdings trägt auch er, je nach regionalem Brauch, einen Sack oder einen Korb mit süßen Sachen bei sich. Sozusagen als Ausgleich zur furchterregenden Rute.

... sowie dem Christkind

In vielen Haushalten bringen aber weder Nikolaus noch Weihnachtsmann die Geschenke, sondern das Christkind. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam es mit Martin Luthers Reformation zur Ablehnung der katholischen Heiligenverehrung. An die Stelle des Heiligen Nikolaus setzte Luther daher eine Figur im Engelsgewand, die sich im Laufe der Zeit zum inzwischen vor allem in
katholischen Gegenden gern bemühten Christkind entwickelte. Es ist somit eine Erfindung von Martin Luther. Und im Gegensatz zum Nikolaus, der die Geschenke am 6. Dezember brachte, kam das Christkind am 24.

Weihnachtsmann gibt es seit 170 Jahren

Um den Weihnachtsmann ranken sich keine wundersamen Legenden, denn diese Figur ist nun mal ein Produkt der modernen Industrie. Nach Nikolaus und seinem Begleiter Knecht Ruprecht sollte ein Weihnachtssymbol geschaffen werden, das allein der Verteilung der Weihnachtsgeschenke diente. Das wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Figur des Weihnachtsmanns, den es fortan vor allem in evangelischen Gegenden gab, während
in den katholischen das Christkind oder der Nikolaus weiter die Nase vorn hatten.

Seine Optik verdankt der Weihnachtsmann einem Maler der Spät-romantik, der bei seiner Darstellung auf Sagen und Märchen zurückgriff und im Jahr 1847 den „Herrn Winter“ ins Leben rief. Die Figur wurde in einer Bildergeschichte für den „Münchner Bilderbogen“ verwendet und ging um die Welt. Nachdem sich der Glaube an den Weihnachtsmann hierzulande durch-
setzte, wurde er durch europäische Auswanderer auch in die USA importiert.

Coca-Cola bestimmte den Dresscode

Einen Dresscode gab es bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht. Die Mäntel waren rot, blau oder auch goldfarben. Erst als der schwedische Maler Haddon Sundblom dem Weihnachtsmann im Auftrag von Coca-Cola einen roten Kapuzenmantel inklusive weißem Pelzbesatz, rote Pausbacken und einen wallenden weißen Bart verpasste, erhielt der Weihnachtsmann sein repräsentatives Aussehen, das heute jeder kennt.

Dresscode von Weihnachtsmann & Co.

Nikolaus: meist roter Bischofsmantel, Stola, Mitra und Hirtenstab

Weihnachtsmann: roter Mantel und rote Mütze
mit weißem Pelzbesatz, Handschuhe und Rausche-
bart. Wichtig: Der Weihnachtsmann trägt keine
Rute.

Knecht Ruprecht: brauner Kapuzenmantel, Reisigrute

Christkind: Zu seiner Bekleidung gibt es keine
verlässlichen Angaben, denn es wirkt im Verborgenen. Niemand hat es bisher gesehen.

Hilfsengel: weißes Gewand, Heiligenschein –
und natürlich Engelsflügel.

Von Kirsten Glatzer

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