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Interview Alles für die Katz
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13:18 12.04.2013
Kersten Schierz Quelle: Archiv Cz
Celle Stadt

Herr Schierz, Sie züchten Perserkatzen und sind Mitorganisator der Internationalen Katzenausstellung des Vereins Delicat, die an diesem Wochenende in Celle stattfindet. Was fasziniert Sie an Katzen?

Unsere zwölf Perserkatzen leben mit meiner Frau und mir zusammen, sie gehören einfach zu unserer Familie dazu. Da unsere Kinder aus dem Haus sind, haben wir uns jetzt vierbeinige Kinder zugelegt. Die Katzen sind sehr kuschelig, aber haben auch ihren eigenen Kopf. Man kann sie nicht so beherrschen wie einen Hund. Sie sind einfach frei.

In Abständen fahren Sie mit den Katzen zu Ausstellungen. Sind Katzen nicht viel zu eigenwillig, um als Ausstellungsstücke zu fungieren?

Man muss die Katzen sehr früh an den Menschen gewöhnen und ihnen viel Liebe geben. Dann sind sie auch auf Ausstellungen lammfromm. Durch die intensive Pflege werden sie sehr anhänglich. Meine Frau zieht gerade eine Babykatze mit der Flasche groß. Das ist sehr süß.

Macht den Katzen eine solche Ausstellung Spaß?

Ja, manche finden das richtig toll. Unser Kater weiß ganz genau, wann er zum Schönheits-Richter muss. Dann schleimt er sich richtig bei dem ein. Manche Tiere haben das einfach im Blut.

Und wie gehen die Tiere mit Stress um?

Manche verstecken sich, manche werden unruhig. Das ist ganz unterschiedlich. Als Züchter und Aussteller merke ich aber, wenn eine Katze Stress hat. Dann bleibt sie zu Hause.

Also wenn die Katze nicht will, dann muss sie auch nicht?

Nein, wir als Züchter handeln ja immer zum Wohle des Tieres. Wenn ein Tier absolut nicht zu der Ausstellung will, kann ich es nicht zwingen. Das Tier muss Spaß daran haben. Es sollte bei dieser Sache nicht nur um die Befriedigung des menschlichen Egos gehen. Das wäre nicht gut. Wir wollen die Tiere nicht beherrschen, sondern mit ihnen zusammenleben. Aber natürlich muss eine Katze bei einem Schönheitswettbewerb auch mal still sitzen können. Ansonsten kann sie ja nicht bewertet werden.

Wie aufwendig ist das Züchten von Katzen?

Sehr aufwendig. Alleine durch den Verein bekommen wir schon sehr viele Vorschriften bezüglich der Haltung und der Pflege. Wir müssen die Katzen imfen lassen und bei den Geburten dabei sein. Das kann sich auch schon mal über 24 Stunden hinziehen. Dann musst du dich um die richtige Ernährung für die Tiere kümmern und um eine richtige Sozialisation. Jede Katze hat ihren ganz eigenen Charakter und auch eigene Macken. Die einen Tiere sind etwas schüchtern, die anderen eher draufgängerisch.

Dürfen Ihre Katzen raus?

Alle zwölf Perser wohnen bei uns im Haus, aber sie dürfen auch ins Außengehege. Wir haben das Glück, dass wir einen Kater haben, der nicht sein Revier markiert, sondern ganz normal mit den Mädchen lebt. Ansonsten wäre allein der Geruch sehr unangenehm.

Aber durch die Straßen tigern dürfen sie nicht?

Nein, wenn unsere Perser durch die Straßen tigern würde, hätten sie danach ein schwarzes Fell. Das muss nicht sein. (lacht) Unsere Katzen werden auch einmal am Tag durchgekämmt. Perser sind die pflegeintensivsten Rassekatzen.

Haben Ihre Katzen schon mal eine Maus gefangen?

Ein Teil unserer Muttertiere lebt bei einer Freundin am Wald. Die fangen fleißig Mäuse, aber unsere machen das nicht. Wenn eine Maus ins Außengehege läuft, dürfen sie sie jagen, aber das ist noch nicht vorgekommen.

Wie sind Sie zur Katzenzucht gekommen?

Ich bin früher ein Hundemensch gewesen. Wir hatten einen Schäferhund und einen Dobermann, aber durch Streit mit den Nachbarn mussten wir die Hunde abgeben. Dafür wollte meine Frau eine Perserkatze haben. Das war der Beginn einer großen Liebe. Über die Jahre kamen wir auf die Idee, die Katzen zu züchten. Heute hätte ich keine Lust mehr auf einen Hund.

Von David Sarkar