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Interview "Bedürfnis geht eindeutig zu einer pflegeleichten Grabgestaltung"
Mehr Interview "Bedürfnis geht eindeutig zu einer pflegeleichten Grabgestaltung"
15:57 26.11.2014
Helmut Sander, Gärtnermeister, Inhalber Gärntnerei Sander Eicklingen Quelle: Martina Hancke
Celle Stadt

Was hat sich in den vergangenen Jahren bei der Grabgestaltung verändert?

Das Bedürfnis geht eindeutig zu einer pflegeleichten Grabgestaltung. So ist auch der Trend zu Kiesflächen auf Grabstellen zu erklären, ähnlich wie im Gartenbereich. Was viele vergessen ist, dass sich zwischen Kieseln gern Unkraut bildet. Wenn Gräber unter Nadel- oder Laubbäumen stehen, würde ich von Kiesflächen abraten.

Wie setzt man Kiesel sinnvoll ein?

Möglich ist es, die Grabstelle diagonal aufzuteilen und halb Bepflanzung, halb Steine zu wählen. Eine reine Kiesgestaltung, selbst, wenn diese zweifarbig ist, wirkt immer kalt.

Wie kann ein Grab pflegeleicht und trotzdem modern bepflanzt werden?

Schön ist zum Beispiel ein nicht so stark wüchsiger Bodendecker wie Cotoneaster (Zwergmispel), Waldsteinia oder Euonymus, zwischen dem wie ein Band eine jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung gesetzt wird. Jetzt im Herbst-Winter kann das Heide, „Stacheldraht“ oder Gaultheria (Scheinbeere) sein, im Frühjahr Hornveilchen, später Begonien. Leicht geschwungen und diagonal angelegt symbolisiert dieses Band den Fluss des Lebens.

Wie zeitgemäß ist das „Abdecken“ von Gräbern?

Die Grabstelle mit Tannengrün abzudecken, ist eine alte Tradition und wird noch immer von vielen bevorzugt. Das Grab sieht für die Winterzeit gepflegt aus, und die Grabgestecke schaffen eine schöne Optik. Mit Materialien wie Moos, Zapfen, Wacholder oder Trockenfrüchte halten sie bis zum Frühjahr.

Was ist Ihr Pflanzentipp für den Herbst bzw. Winter?
Eine formen- und farbenreiche Pflanze ist Heuchera, das Purpurglöckchen. Es ist pflegeleicht und harmoniert mit den Klassikern wie Heide, Astern oder Alpenveilchen. Für helle Töne sorgt das robuste „Stacheldraht“. Es hat mittlerweile das Silberblatt abgelöst, weil es allein schon durch seine Struktur interessant wirkt.

Von Martina Hancke