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Interview Comedian Rüdiger Hoffmann im CZ-Interview
Mehr Interview Comedian Rüdiger Hoffmann im CZ-Interview
18:49 26.04.2013
Von Christopher Menge
CELLE (cz). Rüdiger Hoffmann geht wieder auf Tour – und kommt dabei auch nach Celle. Von September bis Dezember wird der Comedy-Star sein neues Programm „Sex oder Liebe“ in 34 Städten präsentieren, am Dienstag, 27.November, ist er um 20 Uhr in der Congress Union zu Gast. - Mit wahnwitzigen Comedy-Nummern und vielen Songs zeigt der Westfale in seinem neuen Programm, dass er nicht nur zu den vielseitigsten Comedians Deutschlands gehört, sondern auch ein hervorragender Pianist und Sänger ist. - Bereits als Zwölfjähriger gründete Hoffmann seine erste Band. Seither hat ihn das Musikmachen nicht wieder losgelassen. „Mein Vater war ein sehr guter Musiker, und ich selbst habe eigentlich immer in Bands gespielt“, sagt der Echo-Preisträger, der vor seiner Comedy-Karriere klassischen Gesang studierte. Der Vorverkauf hat begonnen. - congress-union-celle.de Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Worauf dürfen sich die Besucher in Ihrem neuem Programm freuen?

Auf ganz neue Geschichten. Olaf und Birte versuchen ein Kind zu bekommen. Da habe ich natürlich meine Finger mit im Spiel – dann geht´s besser. Außerdem räume ich mit Klischees auf.

Eines von diesen Klischees ist, dass in Ihrem Leben zu wenig Action ist. Wie äußert sich das?

Ich erzähle, wie es wirklich auf Tournee ist. Von wegen Drogen und Gruppensex – da findet eher gar nichts statt. Wenn ich Koks nehmen würde, wäre ich so aufgedreht, dass das Programm nach einer Viertelstunde rum wäre. Und was mache ich dann den Rest des Abends? Da müsste ich mal Kollegen fragen.

Und wie sind Sie auf den Titel „Aprikosenmarmelade“ gekommen?

Das Programm muss ja einen Titel haben. Zucker ist für das Gehirn sehr wichtig, daher habe ich mal Aprikosenmarmelade zum Frühstück probiert. Ich habe gemerkt, dass das Gehirn besser arbeitet und außerdem hat es auch noch gut geschmeckt. Marmelade ist auch ein gutes Synonym für Alltagsleben. Butterspuren in der Marmelade können der Ausgangspunkt für große Katastrophen sein.

Was ist anders als in Ihren vorherigen Programmen?

Eigentlich nichts. Mein Motto lautet eher „Back to the roots“. Ich erzähle Geschichten aus dem Alltag.

Ihre Ideen sind also aus dem Alltag?

Das ist richtig. Ich mache mir Notizen, wenn im Alltag etwas passiert. Heute kann man das ja auch aufs Smartphone diktieren. Selbst wenn ich mich zwei Jahre später hinsetze, um das Programm zuschreiben, weiß ich schon bei einem Wort, was gemeint war. Dazu kommen dann Themenbereiche, die ich drin haben möchte. Und dann haue ich mir acht bis zehn Stunden mit dem Hammer auf den Kopf.

Was macht denn Ihren Humor aus?

Die Trockenheit und das zwischen den Zeilen. Außerdem schrei ich mein Publikum nicht an wie manche Kollegen. In den Pausen zwischen den Sätzen spielt sich bei den Zuschauern ein Kopfkino ab.

Erleben die Zuschauer auf der Bühne denn den echten Rüdiger Hoffmann oder schlüpfen Sie in eine Rolle?

Ich bin ein Comedian, der selbst schreibt, daher ist viel aus dem eigenen Leben und von der eigenen Art. Aber es ist schon ein Kostüm/eine Rolle auf der Bühne.

Sie sind jetzt schon im dritten Jahrzehnt auf der Bühne? Haben Sie immer noch den gleichen Spaß wie am Anfang oder gibt es schon Zukunftspläne ohne Comedy?

Ehrlich gesagt macht es mir immer mehr Spaß. In den ersten zehn Jahren bin ich in sehr kleinen Kabaretts aufgetreten. In Hannover ist ein Auftritt ausgefallen, weil keiner kam. Am nächsten Tag waren zumindest fünf Leute da. Das war ein tierischer Erfolg. Später hatte ich dann 180 Auftritte pro Jahr. Das war sehr anstrengend. Heute sind es ungefähr 60. Diese genieße ich sehr. So macht das Reisen auch viel mehr Spaß.

Favorisieren Sie Fernsehauftritte oder das Bühnenprogramm?

Live auf der Bühne ist viel besser. Da hat man zwei Stunden Zeit sich auszubreiten. Die Leute kaufen sich Karten, suchen einen Babysitter und machen sich zurecht – das erhöht die Freude. Im Fernsehen muss man seine Nummer in sechs Minuten bringen und von null auf hundert da sein.

Haben Sie Erinnerungen an Celle?

Celle ist eine schöne Stadt mit sehr gutem Publikum und einer schönen Halle. Als ich das letzte Mal dort war, habe ich in einem ganz kleinen Laden in der Nähe der Kirche einige Musikinstrumente gekauft. Unter anderem eine türkische Trommel für meinen Sohn. Kurze Zeit später rief mich der Kioskbesitzer an und sagte mir, dass er sich um 150 Euro verrechnet hatte. Die musste ich dann überweisen.

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