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Interview EHEC kein Kleingärtner-Thema
Mehr Interview EHEC kein Kleingärtner-Thema
13:54 03.06.2011
Profilfoto von Bernd Grünert Quelle: Sebastian Thoma
Celle Stadt

Was verbindet Sie mit ihrem Hobby?

Ich bin im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. Dort gab es schon eine lange Kleingartentradition, die ich auch im Verwandtenkreis als Erholungs- und Versorgungsgärten kennen gelernt habe. Wenn wir einen unserer Verwandten dort besuchten, wussten wir als Kinder natürlich, dass wir dort Obst und Gemüse, manchmal auch Eier mit nach Hause bekamen. Daran erinnere ich mich gern zurück.

Wie sind Sie zum Kleingärtnerverein im Hollenkamp gekommen?

Durch die Bundeswehr nach Celle gekommen, hatten wir schon länger Interesse an einem Kleingarten. Doch die damaligen Anlagen waren uns alle zu weit entfernt. Durch die Errichtung der Anlage Hollenkamp pachteten wir dann kurz nach der Gründung des Vereins 1986 eine Parzelle.

Gehört der Kleingärtnerverein Hollenkamp zu den größeren Anlagen in Celle?

Von den 105 Parzellen mit je 300 bis 400 Quadratmetern sind momentan nur 64 verpachtet. Damals hatte man bei der Gründung des Vereins die geplante Ortsumgehung im Kopf und wollte mit der Anlage im Hollenkamp eine ruhige Alternative zum Verein Carlslust an der Wittinger Straße schaffen. Nun ist die Ortsumgehung ja aber verlegt worden.

Ein großes Thema, welches zur Zeit mit Gemüse verbunden wird, sind die EHEC-Darmbakterien. Ist die Angst auch bei Celles Kleingärtnern angekommen?

Nein, davon habe ich hier noch nichts mitbekommen. Ich keinen niemanden in unserem Verein, der sein eigenes, selbst erzeugtes Gemüse nicht verzehrt. EHEC ist im Garten kein Thema.

Sucht der KGV Hollenkamp noch nach Mitgliedern?

In unserem Verein ist jedermann Willkommen, der Interesse am Kleingartenwesen zeigt. Allerdings sollte eine Bereitschaft sich in den Verein und die Gemeinschaft einzubringen vorhanden sein. Hier gibt es im Hollenkamp keine Probleme.

Welche Veranstaltungen erwarten die Mitglieder?

Der Verein richtet regelmäßig ein Osterfeuer und ein Frühstück am 1. Mai aus. Außerdem gibt es ein Sommerfest und zum Jahresabschluss ein Grünkohlessen mit der Wahl zum Grünkohlkönig. In diesem Jahr wird der Verein 25 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum, welches wir am 06. August begehen, wird unser neues Vereinsheim eingeweiht, welches wir in einer Bauzeit von einem Jahr in Eigenleistung errichtet haben.

Man sagt, dass die sozialen Strukturen eines Kleingartenvereins helfen, verschlossene Personengruppen wie Immigranten und Behinderte zu integrieren. Ist dieser Trend zu beobachten?

Bei Personengruppen wie Immigranten, ist manchmal etwas Überzeugungsarbeit zu leisten, um sie für eine Teilnahme an Gemeinschaftsveranstaltungen zu gewinnen. Ich denke, dass die Hemmungen aus sprachlichen Problemen herrühren. Das ist aber meist kein Problem.

Was ist Thema des Politikergesprächs am Sonntag?

Wir möchten auf das Kleingartenwesen im Allgemeinen und auf den Freizeitwert der Kleingärten in Celle im Besonderen aufmerksam machen.

In einem Kleingarten ist es möglich, sich auch mit bescheidenen Mitteln eine Oase im Grünen zu schaffen, sich dorthin zurückzuziehen und den Mühen des Alltags zu entfliehen. Oft können aufgegebene Gärten, die bereits mit einer Laube bebaut sind, für wenig Geld übernommen werden.

Von Sebastian Thoma