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Interview Junge Menschen an Medizin heranführen
Mehr Interview Junge Menschen an Medizin heranführen
17:22 24.06.2011
Hein Bradhering ist Rettungsassistent und Dienststellenleiter bei den Maltesern in Celle. Quelle: Sebastian Thoma
Celle Stadt

CZ: Welche Dienste bieten die Malteser in Celle an?

Bradhering: Kern unserer Dienstleistung ist heute der qualifizierte Krankentransport mit drei modern ausgestatteten Fahrzeugen und einem Fahrzeug speziell für Rollstuhlfahrer. Außerdem bieten wir noch den Hausnotrufdienst mit Rauchmelderanschluss an. Mit über zehn aktiven Ausbildern sind wir auch im Bereich der Erste-Hilfe-Ausbildung stark gewachsen. Für den Schutz der Bevölkerung stellen wir eine Einheit für den Katastrophenschutz bereit, die 24 Stunden in Bereitschaft ist. Häufig sehen Sie uns auch bei Veranstaltungen in der Stadt Celle. Dort stellen wir mit dem Sanitätsdienst eine schnelle Erstversorgung zur Verfügung.

CZ: Was verbirgt sich hinter dem Schulsanitätsdienst?

Bradhering: Der Schulsanitätsdienst ist 1996 von mir und meinem damaligen Kollegen Stefan Heise am Kaiserin-Auguste-Viktoria Gymnasium gegründet worden. Bis heute folgten sechs weitere Schulen, so dass wir in Celle an sieben Schulen präsent sind. Ausgebildet werden Schüler ab der neunten Klasse, um während des Unterrichts anderen Schülern Erste Hilfe zu leisten. Wir führen junge Menschen auf interessante und eigenverantwortliche Weise an das Thema Medizin heran und fördern so im schulischen Alltag gleichzeitig die Sozialkompetenz der Jugendlichen.

CZ: Welche Aufgaben haben Sie als Dienststellenleiter?

Bradhering: Ich habe nach meiner kaufmännischen Ausbildung meine Tätigkeit 1993 bei den Maltesern als Zivildienstleistender im Behindertenfahrdienst begonnen. Danach kamen noch die Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Lehrrettungsassistent und viele weitere Lehrgänge und Leitungen von Fachbereichen hinzu. Im Alltag gehören zum Aufgabenbereich des Dienststellenleiters die Personalführung, Verwaltung und natürlich die Akquise neuer Kunden. Ich darf mich als Berufspraktiker bezeichnen und sehe in der Nähe zum Kunden den Schlüssel zum Erfolg.

CZ: Wie viele ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es?

Bradhering: Wir haben im Mittel um die 35 Mitarbeiter, die sich aus Hauptamtlichen, FSJ’lern, Aushilfen und künftig auch Bundesfreiwilligen zusammensetzen. Sie sind für den qualifizierten Krankentransport zuständig.Im aktiven Teil des Ehrenamts sind es derzeit rund 50 ehrenamtliche Helfer. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Katastrophenschutzes und bei den Sanitätsdiensten für die Veranstaltungen in der Stadt Celle

CZ: Was hat sich im Bezug auf die neue Dienststelle in der Hannoverschen Straße 26 verbessert?

Bradhering: Insgesamt haben wir hier 290 Quadratmeter zur Verfügung - 90 mehr als bisher. Wir befinden uns nun in einem Gebäude, das nach den neuesten Energierichtlinien erbaut wurde. Für die Ausbildung steht ein 52 Quadratmeter großer Schulungsraum mit modernsten Medien zur Verfügung. Das Erdgeschoss wurde behindertengerecht gebaut. Für den Fahrdienst stehen angenehme Sozialräume samt moderner Küche zur Verfügung und im Erdgeschoss befinden sich noch ein Desinfektionsraum und unsere Disposition, die unsere Aufträge koordiniert.

CZ: Was erwartet die Besucher dort beim Tag der offenen Tür an diesem Sonntag?

Bradhering: Unsere Besucher erwartet ab 14 Uhr ein Fahrzeugpark, bei dem sich der Katastrophenschutz mit seinen Einsatzfahrzeugen präsentiert. Für die Kinder wird es eine Hüpfburg in Form eines Rettungswagens, Torwandschießen und Kinderschminken geben. Für alle Interessierten bieten wir ein Erste-Hilfe-Quiz mit vielen attraktiven Preisen an. Unsere Ausbildung und der Schulsanitätsdienst werden sich präsentieren, und wir bieten kostenfreie Beratung über Hausnotruf und den Mobilen Notruf an. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein, und die musikalische Unterhaltung ist ebenfalls garantiert.

Von Sebastian Thoma