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Interview Kinder auf Medien vorbereiten: Elterntalks nun im ganzen Landkreis Celle
Mehr Interview Kinder auf Medien vorbereiten: Elterntalks nun im ganzen Landkreis Celle
19:14 13.02.2015
Von Carsten Richter
    Quelle: Benjamin Westhoff
Celle-Landkreis

Seit zwei Jahren gibt es die Elterntalks schon in Eschede. Wie läuft so eine Gesprächsrunde ab?

Die an einem bestimmten Thema interessierten Eltern kommen meist aus einer Freundesgruppe oder einem Bekanntenkreis. Die Gastgeber laden also fünf bis sieben andere Eltern ein, die auch Kinder unter 14 Jahren haben. Durch das maximal zweistündige Gespräch führt eine extra geschulte Moderatorin. Diese entscheidet aber nicht, was richtig und falsch ist. Sie eröffnet die Gesprächsrunde, dazu gibt es Bildmotive, die einen Einstieg ins Thema ermöglichen. Fragen, die die Eltern interessieren, werden besprochen. Wenn im Anschluss der Wunsch entsteht, sich nochmal zu treffen, kann das gleich vereinbart werden.

Wie ist die Idee zu diesen Gesprächsrunden entstanden?

Ich habe von dem Projekt bei der Landesstelle Jugendschutz gehört und war sofort begeistert. Elterntalk setzt direkt bei den Fragen der Eltern an. Als Leiterin des Familienbüros der Gemeinde Eschede gehört es zu meinen Aufgaben, Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung zu stärken. Wir haben uns um das Projekt beworben, sind mit ausgewählt worden und konnten in den vergangenen beiden Jahren Gesprächsrunden zu den Themen Fernsehen, Internet, PC- und Konsolenspiele und Handy beziehungsweise Smartphone anbieten. Es ist schön, nun im dritten Jahr Elterntalks von der CD-Kaserne aus im ganzen Landkreis und in der Stadt Celle veranstalten zu können.

Medienkonsum von Kindern ist als Thema bei den Elterntalks festgelegt. Warum?

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer sich ständig verändernden Medienwelt auf. Kommunikation und Unterhaltung findet über internetgestützte Dienste statt. Bei Eltern ist die Verunsicherung um Medienthemen groß. Sie sehen die große Faszination bei ihren Kindern und haben manchmal Sorgen oder ganz viele Fragen.

Wo liegen da die größten Probleme in der Erziehung?

Das fängt ja schon damit an, dass überlegt werden sollte, wie viel Fernsehen für die Kleinsten gut ist und wo der Fernseher aufgestellt werden sollte. Dann kommt irgendwann die Frage: Ab wie viel Jahren braucht mein Kind ein Handy? Da geht es auch darum mal festzustellen, was so ein Handy überhaupt alles kann – im Gegensatz zu den Telefonen von früher. Außerdem, was es für positive und negative Nutzungsweisen des Smartphones gibt und wo zum Beispiel Kostenfallen sind. Kinder sollten auf das vielfältige Medienangebot vorbereitet werden und Medienkompetenz entwickeln. Das ist der Ansatz, zu dem die Landesstelle Jugendschutz rät. Dazu brauchen Eltern Grundinformationen, das gibt ihnen Sicherheit.

Welche Rückmeldungen zu den Gesprächen bekommen Sie von den Eltern?

Eltern sind meist sehr fasziniert, durch die Gespräche zu erleben, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen. Sie freuen sich über den Austausch mit den anderen Eltern. Über die Sichtweisen, die dadurch entstehen, die Ideen, die weitergegeben werden oder die Erfahrungen, was die Mediennutzung für ihre Kinder bedeuten kann. Aber sie sind auch dankbar für die Tipps von der Landesstelle Jugendschutz. Das sind zum Beispiel hilfreiche Links zu weiterführenden Internetangeboten wie Suchmaschinen für Kinder.

Und darüber hinaus? Was bringt der Talk für das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern?

Da die Eltern meist sicherer und gestärkt und mit vielen neuen Informationen aus einem Elterntalk kommen, gibt es häufig in der Folge mehr positive Gespräche mit den Kindern, aber auch klarere Grenzen, die sie ihnen setzen.

Was war Ihre positivste Erfahrung bisher?

Schön ist es natürlich, wenn ich auf den Rückmeldezetteln lese, dass die Talks bei den Eltern gut ankommen oder dass sie die Materialien sehr gut finden, um ins Gespräch zu kommen. Positiv ist es aber auch, wenn Eltern Wünsche äußern. So kam zum Beispiel die Anregung, Elterntalks nicht nur für Medienthemen zu veranstalten, sondern auch zu anderen Erziehungsfragen und Gesundheitsthemen. Solche Rückmeldungen gebe ich an die Landesstelle Jugendschutz weiter.