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Interview Sportfreunde Stiller: "Celle kriegt Vorfreude ab"
Mehr Interview Sportfreunde Stiller: "Celle kriegt Vorfreude ab"
18:39 19.04.2013
Von Christoph Zimmer
Florian Weber, Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller, sitzt am 10.03.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) bei einer Lesung seines Buches "Grimms Erben" im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne auf der Bühne. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Rolf Vennenbernd
Celle Stadt

Warum haben Sie sich ausgerechnet Celle für den Auftakt ihrer neuen Tournee ausgesucht?

Das ist das Spannende bei uns: Keine Stadt kann sich sicher fühlen, kein Dorf ist gefeit vor uns. Der Zeigefinger wandert über die Landkarte und wo es uns gefällt, da tippt er drauf. Es gibt jetzt keinen speziellen Grund. Außer, dass wir in Celle noch nie waren und immer den Drang haben, Neues kennenzulernen. Und darauf freuen wir uns.

Haben Sie auch die Gelegenheit, Celle etwas näher kennenzulernen?

Wir kommen in der Nacht vor dem Konzert an und haben den ganzen Vormittag Zeit, Celles schönste Seiten zu entdecken. Vor unseren Konzerten machen wir in der Regel lange Spaziergänge oder entspannen beim Shoppen. Das lenkt ein bisschen ab und wir können uns einen Eindruck von der Stadt verschaffen, in der wir spielen.

Worauf dürfen sich die Konzertbesucher freuen?

Sie kommen in den Genuss, als erste Stadt überhaupt das neue Album „New York, Rio, Rosenheim” vorgespielt zu bekommen, das am 24.Mai erst erscheint. Auch für uns ist das die Möglichkeit, die neuen Lieder auszuprobieren. Jetzt haben wir eine kleine Auswahl getroffen und hoffen, dass wir die Lieder ganz gut in das alte Programm integrieren können. Wir hoffen, dass wir schon in Celle erkennen können, welche Lieder live gut funktionieren. Vielleicht sind es ja sogar alle Lieder. (lacht)

Was bietet das neue Album inhaltlich?

Das ist ein großer Spagat, den wir da wagen. Da gibt es lustige Partylieder wie „Unter unten!“, die sich mit Niveauverlust auseinandersetzen. Es gibt aber auch sehr intime Lieder wie „Festungen & Burgen“, in denen wir über die Unglücklichkeit sprechen und darüber, den Schmerz zu heilen. Es ist das Hauptaugenmerk des Albums, dass wir sehr extreme Lieder ausgelotet haben.

Was bietet das neue Album musikalisch?

Musikalisch haben wir uns nicht in eine andere Richtung bewegt. Das letzte Unplugged-Album hat uns sehr geprägt, was das Arrangieren angeht. Aber es gibt auch ruhigere Momente. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es der typische Sportfreunde-Sound ist. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Album. Es gibt die Knaller, die live sehr gut funktionieren. Und die etwas ruhigeren Lieder.

Was bedeutet das erste Konzert einer Tournee für einen Musiker?

Wir sind da schon in einem gewissen Zustand der Unsicherheit. Es ist ein freudiges Gefühl, was nicht immer genau einzuordnen ist. Es gibt Überraschungen, da kann alles Mögliche passieren. Man muss viel ausprobieren, der Soundcheck dauert etwas länger. Auf alle Fälle freuen wir uns darauf. Und diese Vorfreude kriegt die CD-Kaserne auch ab.

Das Konzert findet vor nur 400 Zuschauern statt. Haben Sie sich bewusst für so eine kleine Kulisse entschieden?

Wir haben immer wieder schon “kleinere” Läden gebucht. Dadurch verlieren wir nie das Gefühl, ganz nah am Publikum zu sein. Deshalb haben wir das wieder ganz bewusst gewählt, wir können uns so ein bisschen warmspielen und mit dem Publikum gemeinsam schwitzen und in einer sehr enge Interaktion gehen.

Sie können jeden Konzertbesucher praktisch persönlich begrüßen.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Man hat von Anfang an eine persönliche Beziehung zu den Zuschauern. Und wenn dann einer in der fünften Reihe steht und ein Weißbier trinkt, kann es schon sein, dass der Peter (Brugger, der Sänger der Band, Anm. der. Red.) ihn auf die Bühne bittet und ihn nach dem Weißbier fragt. Bei kleineren Konzerten springt der Funke leichter über. Das ist ein großer Vorteil. Und das wird Celle spüren.