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Mittendrin 2014: Celler Unternehmen optimistisch
Mehr Mittendrin 2014: Celler Unternehmen optimistisch
15:34 30.12.2013
Von Carsten Richter
Die Baubranche boomt: Wegen niedriger Zinsen erwarten sowohl der Einzelhandel als auch Sanitär- und Heizungsbetriebe in Stadt und Landkreis Celle vermehrten Umsatz im kommenden Jahr. Investitionen ins Eigenheim lohnen derzeit scheinbar mehr als Geld anzulegen. Zuversicht gibt es aber auch in anderen Wirtschaftszweigen. Quelle: Bernd Wüstneck
Landkreis Celle

Wenn das keine guten Aussichten sind: Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Celle blicken überwiegend zuversichtlich auf das kommende Jahr. Aus verschiedenen Branchen ist eine positive Grundstimmung zu vernehmen. Die Stimmung der Verbraucher, die Lage auf dem Arbeitsmarkt, die gute Entwicklung bei den Einkommen – gleich mehrere Gründe sorgen für Optimismus in der lokalen Wirtschaft.

Seit 1967 stellt die Firma Wegener und Stapel in Bergen Fördertechnik her, unter anderem Transportsysteme in der Automobilindustrie. Geschäftsführer Udo Priedemann erwartet 2014 eine Umsatzsteigerung: Im kommenden Jahr würden viele Projekte bei Volkswagen oder Daimler entschieden. „Dabei haben wir gute Aussichten auf Vergabe“, sagt Priedemann. „Es laufen auch Kontakte zu chinesischen Automobilherstellern.“

Zuversicht auch im Bereich EDV-Dienstleistungen: Die Nienhäger Firma Wirbals erwartet eine „anhaltend gute Auftragslage“, sagt Geschäftsführer Holger Wirbals. Schon in den letzten Jahren habe er den Umsatz steigern können, Stagnation gebe es nur im Hardware-Bereich. Ursache für den gestiegenen Umsatz sieht Wirbals in der guten Konjunktur. Wer mehr Mitarbeiter anstelle, habe auch mehr Bedarf an Computer-Wartungen. Zusätzlich positiv stimmt den Unternehmer eine Nachricht aus den USA: Microsoft hat angekündigt, keine Updates mehr für das Betriebssystem Windows XP bereitzustellen – daraus würden sich weitere Aufträge ergeben.

Profiteur der derzeit niedrigen Sparzinsen ist die Baubranche – das spürt auch der Einzelhandel: Der Bau-Fachmarkt Hoopmann und Ritterbusch in Bergen ist optimistisch. „Gerade in neue Badezimmer wird viel investiert. Ich gehe davon aus, dass das neue Jahr für uns noch besser läuft“, meint Geschäftsführer Mark Ritterbusch. Die Menschen seien schließlich in Kauflaune.

Wer zum Beispiel im Sanitärbereich nicht selbst Hand anlegen will, holt sich einen Experten nach Hause: Gerd Hornbostel, Geschäftsführer des Wietzer Sanitär- und Heizungsbetriebs, erwartet für 2014 eine anhaltende Umsatzsteigerung. „Für Januar und Februar sind wir bereits ausgebucht“, sagt Hornbostel. Dieses Jahr habe der Familienbetrieb drei Auszubildende und einen Monteur einstellen können.

Modernisierungen von Heizungsanlagen führten zu einer hohen Ersparnis von Energiekosten, weiß Mark Jorczyk. Investitionen ins Eigenheim lohnten derzeit mehr als Geld anzulegen, so der Geschäftsführer des Celler Energie-Unternehmens Jorczyk Energie. Er vermutet daher im Technikbereich für 2014 einen leicht steigenden Umsatz. Der Heizölmarkt sei stark abhängig vom Witterungsverlauf und Preisniveau, hier erwartet Jorczyk ein gleich bleibendes Absatzniveau. Zu kämpfen habe der Energie-Markt aber seit Jahren mit sinkendem Kraftstoffabsatz im Tankstellensektor, außerdem mache sich der bundesweite Umsatzeinbruch in der Solarenergie bemerkbar. Die Zahl der derzeit 90 Mitarbeiter wird Jorczyk 2014 dennoch leicht erhöhen: In Lachendorf wird eine neue Tankstelle gebaut.

Carsten Richter