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Mittendrin Altphilologen setzen sich in Celle für humanistische Bildung ein
Mehr Mittendrin Altphilologen setzen sich in Celle für humanistische Bildung ein
16:45 21.09.2017
Zu Gast beim Altphilologenkongress: Bürgermeister Heiko Gevers (von links), die Altphilologen Stefan Gieseke und Anna-Charlotte Vehling, Kirchengeschichtsprofessor Johannes Schilling, Schulleiter Johannes Habekost und der Landtagsabgeordnete Jörg Bode. Quelle: Doris Hennies
Celle Stadt

Schon in seiner Eröffnungsrede machte der Vorsitzenden des NAV, Stefan Gieseke, klar, worum es hier ging – ein deutliches Plädoyer für humanistische Bildung und gegen Abflachung gymnasialer Leistungsanforderungen: „Bildung bringt Freiheit – das bedeutet nicht, dass sie einem geschenkt wird. Heute möchte man am liebsten repräsentable Bildungsabschlüsse, ohne sich anstrengen zu müssen – abgesenkte Erwartungen, die in Prüfungen münden, die gute bis ausgezeichnete Noten garantieren. So kann es nicht funktionieren – wenn alle gut sind, ist es keiner mehr.“

Den Fehdehandschuh warf er der aktuellen Lehr- und Bildungspolitik entgegen, in der gerade für Sprachlehrer keine Solidarität zu finden sei. Der Protest ging unter anderem gegen die angedachte Abwahlmöglichkeit im Gymnasium auf nur noch eine Fremdsprache. Dabei bringe Textarbeit vor allem im altsprachlichen Bereich weit mehr als bloße Sprachkenntnis und fördere Urteilsvermögen, Weitblick und Toleranz. „Wir bieten Kompetenzförderung und machen uns stark für Sprache und ihre Position im Bildungsbereich“.

Christian Stock, Vertreter des Kultusministeriums, sprach über die Metamorphose des Lateinunterrichts. Man habe lange Unwillen zur Veränderung unterstellt. Dabei sei gerade in den letzten Jahren vieles getan worden, von der Modernisierung der Lehrbücher bis zur Fülle neuer Ansätze sowohl didaktisch als auch methodisch. „Jetzt bietet das neue Kurrikulum auch neue Ansätze und eine klare Verbesserung zur Leistungsbewertung. Das muss jetzt nur noch umgesetzt werden. Dabei stellt sich die Frage: Wie mache ich Latein für Schüler interessanter und wie verhindere ich Frust über Leistungsabfall, der zur Abwahl führt.“

Von Doris Hennies