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Mittendrin Ausgesprochen schön
Mehr Mittendrin Ausgesprochen schön
16:37 13.09.2013
Um zum Nachdenken über Sprache anzuregen, hat der „Verein Deutsche Sprache“ den heutigen Tag zum „Tag der deutschen Sprache" erklärt. Doch wer spricht heute schon noch perfektes Deutsch? Quelle: Jens Büttner
Celle Stadt

Was wären wir ohne unsere Sprache? Sie gehört zu unserer Identität, wir verwenden sie täglich, um uns zu verständigen. Der „Verein Deutsche Sprache“ (VdS) will mit dem heutigen „Tag der deutschen Sprache“ einmal im Jahr zum Nachdenken über Sprache anregen. In ganz Deutschland organisiert der Verein Infoveranstaltungen rund um das Thema.

Unsere Sprache wird von Sprachwissenschaftlern heikel diskutiert. Müssen wir sie vor Anglizismen und Ähnlichem schützen? Oder ist der Wandel unserer Sprache ein natürlicher und unaufhaltsamer Prozess? Sprachwandel hin oder her: Auch wenn im Alltag der Gebrauch von umgangssprachlichen Formen in Ordnung ist, sollten wir nicht dennoch wissen, wie man sich richtig ausdrückt?

Der VdS will den Sinn für die Ausdruckskraft der deutschen Sprache wecken und ein Sprachbewusstsein schaffen und festigen, welches den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern eindämmt. Darüber hinaus wirbt er für den Gebrauch von gutem und verständlichem Deutsch in Wort und Schrift. Manch einer mag darüber schmunzeln. Der ist sich jedoch der Macht der Sprache nicht bewusst. Im Einstellungsgespräch, beim Abendessen mit dem Chef, in wissenschaftlichen Ausarbeitungen für die Uni oder auch nur beim Referat in der Schule: Mit einem richtigen Deutsch schindet man Eindruck.

Wer sich seiner Sprache noch nicht so sicher ist, kann an ihr arbeiten. Zum Beispiel mit einem Klassiker, der „Stilfibel- Der sichere Weg zu gutem Deutsch“ oder „Stilkunst: Ein Lehrbuch deutscher Prosa“ von Ludwig Reiners. Gutes Deutsch kommt eben nie aus der Mode: Vor 40 Jahren schrieb Reiners die „Stilfibel“, vor gut 60 Jahren das Lehrbuch „Stilkunst“. 2007 und 2004 wurden beide überarbeitet. Ein Kunde auf amazon.de kommentiert: „Wer dieses Buch antiquiert nennt, hat wenig von dem begriffen, was der Autor vermittelt. Die Grundsätze, um gutes Deutsch zu schreiben, sind nicht abhängig vom Zeitgeist der Vokabeln oder moderner Unterrichtslehre. Sondern von der Liebe zum Detail, vom klaren Blick, was ich schreiben will, von der reinen Verbindung zwischen Schreiber und Leser.“

Auch die Werke von Wolf Schneider, wie „Deutsch für Profis – Wege zu gutem Stil“, sind eine hilfreiche Lektüre. Der ehemalige Leiter der Hamburger Journalistenschule zeigt an verblüffenden Beispielen aus Presse und Rundfunk auf, wie schlampig heutzutage mit der deutschen Sprache umgegangen wird. Eine intelligente und unterhaltsame Pflichtlektüre für Journalisten und alle, die mit Sprache zu tun haben.

Wer sich also nicht länger mit einem durchschnittlichen Deutsch zufrieden geben möchte, könnte sich zur Feier des Tages über die Anschaffung eines der Bücher Gedanken machen und seine Tüte so richtig voll Deutsch packen.

Von Friederike Plesse