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Mittendrin "Blüten" in Celle im Umlauf
Mehr Mittendrin "Blüten" in Celle im Umlauf
18:23 23.02.2015
Für Unternehmen kann Falschgeld ein echtes Problem werden. Diese falschen Euro-Noten präsentierte die Polizei im März 2013 in Düsseldorf. Quelle: Federico Gambarini
Celle Stadt

Ganz aktuell fielen der Sparkasse Celle am Wochenende ein gefälschter Fünf-Euro-Schein und zwei 20er-Banknoten auf: Die in Umlauf gebrachten "Blüten" wurden bei Kundengeldern festgestellt. „In diesem Jahr haben wir schon neun Falschgeldfälle entdeckt und der Kripo gemeldet“, sagt Pressesprecherin Johanna Crolly. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 60 Fälle, in denen 50- und 20-Euro-Scheine gefälscht wurden.

Die Bundesbank hat im Jahr 2014 rund 63.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 3,3 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent. Rein rechnerisch entfielen damit acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergab sich im Wesentlichen aus einem Anstieg bei den 50-Euro-Fälschungen, deren Anzahl sich nahezu verdoppelte.

„Gott sei Dank haben wir damit keine Erfahrungen“, atmet Renate Sigwart auf. Die Geschäftsführerin von Möbel-Wallach in Westercelle ist froh darüber, dass das Unternehmen bereits Geldprüfgeräte gekauft hat, durch die die Banknoten der Kunden geschoben werden: „Das war eine gute Investition.“ Auch für den Obi-Baumarkt: „Wenn bei 500.000 zahlenden Kunden pro Jahr bei uns vielleicht drei Kunden mit Falschgeld bezahlen, so ist der Prozentsatz sehr gering“, sagt Marktleiter Swen Bielke. Wenn dann aber „Blüten“ festgestellt werden, wird auch mit der Polizei zusammengearbeitet, um den Fall aufzuklären.

Auch wenn ständig an der Sicherheit der Banknoten gearbeitet wird und neue Fünf- und Zehn-Euro-Scheine in Umlauf gebracht wurden, so muss der Einzelhandel weiterhin wachsam bleiben. Geldprüfgeräte und Kontrollstifte gelten als geeignete Mittel, um "Blüten" zu entdecken.

Wachsamkeit gilt auch für Verbraucher, die im Umgang mit Banknoten allzu sorglos sind. Darauf weist die Geschäftsstelle Celle der Industrie- und Handelskammer (IHK) hin: „Der volkswirtschaftliche Schaden, den gefälschte Banknoten anrichten, liegt bei mehr als zwei Millionen Euro", schätzt Harald Kätker von der IHK. „Im Einzelhandel werden mehr als die Hälfte der Zahlungen in bar abgewickelt. Die Branche ist deshalb überproportional betroffen.“ Für viele Kaufleute kann Falschgeld ein echtes Problem werden, denn ist ein falscher Geldschein erst mal in der Ladenkasse, gibt es dafür später keine Rückerstattung. „Falschgeldbanden haben das Ziel, möglichst viel echtes Wechselgeld zu bekommen“, weiß Kätker.

Von Lothar H. Bluhm