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Mittendrin "Celle blüht auf": Fleißige Bienen garantieren gute Ernte
Mehr Mittendrin "Celle blüht auf": Fleißige Bienen garantieren gute Ernte
15:17 25.04.2018
Von Michael Ende
Symbiose unterm Kirschbaum: Während sich Wilhelm Alps über die Blütenpracht freut, kümmern sich die Imker Reinhold Lindhorst und Kerstin Hering um die Bienenvölker. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Damals war der Frühling kalt und nass“, erinnert sich Alps daran, wie sich eine mittlere Katastrophe anbahnte. Mal regnete es, mal fror es sogar. Mal konnten die Honigbienen nicht fliegen, dann starben viele Blüten durch die Kälte ab. „Ich dachte schon, dass wir die gesamte Ernte abhaken könnten. Aber dann entdeckte ich, dass anstelle der Honigbienen, andere, kleine, schwarze Wildbienen, die ich noch nie bemerkt hatte, unterwegs waren. Vielleicht haben die uns gerettet“, überlegt Alps. Eins weiß er ganz sicher: „Ganz egal welche: Ohne Bienen geht es nicht.“

Seit 2004 hat der Landwirt neben seinem traditionellen Ackerbaubetrieb, dessen Wurzeln ins 14. Jahrhundert zurück reichen, eine Beeren- und Obstplantage aufgebaut. „Wir starteten zunächst mit einer kleinen Fläche Himbeeren und Brombeeren“, sagt Alps. Das Selbstpflück-Konzept ging auf: „Daher erweiterten wir Jahr für Jahr die Anbaufläche. Mittlerweile bieten wir fast alle Obstarten an, die man in unserer Region möglichst naturnah anbauen kann.“ Auf insgesamt 22 Hektar wachsen Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren, Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen, Birnen und Äpfel.

Wer so stark wie Alps auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen ist, darf diese zentrale „Dienstleistung“ nicht dem Zufall überlassen. Deshalb arbeitet er mit dem örtlichen Imker Reinhold Lindhorst zusammen, der seinen Bienenstand inmitten des Alps‘schen Blütenmeeres aufgestellt hat. Auch der Imker freut sich über das prima Frühlingswetter, denn so können seinen Insekten zur Hochform auflaufen. „Zur Zeit wachsen unsere rund zwei Dutzend Völker, die wir hier stehen haben, und da ist ein so reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot wie hier, wo den ganzen Frühling und Sommer hindurch etwas blüht, optimal“, sagt Lindhorst.

Ein gegenseitiges Geben und Nehmen macht die Kooperation von Obstbauern und Imkern zur perfekten Symbiose. Otto Boecking vom Celler Institut für Bienenkunde weiß, wie wichtig die Arbeit der Bienen für den Menschen ist: „Man kann sagen, dass wir jeden dritten Bissen, den wir essen. Bestäubern zu verdanken haben.“ Dabei komme Honigbienen, wie sie von Imkern gehalten werden, neben anderen Insekten die wichtigste Rolle zu. „Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung der Honigbienen übersteigt in Deutschland den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Dies sind in Geldwerten rund 2 Milliarden Euro jährlich, wenn man Honig- und Bestäubungsleistung zusammenfasst“, so Boecking. Damit nehme die Honigbiene volkswirtschaftlich betrachtet nach Rind und Schwein der dritten Platz der wichtigsten Nutztiere ein.

Das heikle Thema Chemie in der Landwirtschaft ist nicht ganz so heikel, wenn es mit Bedacht angegangen wird. „Ganz ohne Chemie geht es nun mal nicht“, sagt Alps: „Die Leute wollen keine Made in den Himbeeren.“ Deshalb setze er Chemie ein, aber nur so viel, wie unbedingt notwendig sei: „Ich nehme nur bienenungefährliche Mittel, und auch die spritzen wir nur, wenn die Bienen im Stock sind. Da muss man eben manchmal auch nachts unterwegs sein.“ Lindhorst weiß das zu schätzen: „Ich kann dem Landwirt nicht verbieten, Chemie einzusetzen. Ich muss darauf vertrauen, dass er das verantwortungsvoll tut.“

Wie es nicht geht, hat man in China durchexerziert: Dort wurden durch den brachialen Einsatz von Pestiziden die Bienen vielerorts ausgerottet. Die Folge: In in Obstanbaugebieten turnen Menschen in den Bäumen herum und versuchen Abermilliarden Blüten von Hand zu bestäuben. Ein Irrsinn.

Für den chinesischen „Großen Sprung zurück“ hat Wilhelm Alps nur ein Kopfschütteln übrig. Der Gockenholzer ist nicht nur Landwirt. Er liebt auch die Natur. Unter richtigen Bauern ist das normal. „Deshalb mache ich schon lange, das, was die CZ jetzt im Rahmen ihrer Aktion ‚Celle blüht auf‘ fördert: Wo immer es möglich ist, lege ich Blühstreifen an, pflanze Weidengebüsche, lasse auch mal Ecken verwildern“, sagt Alps. So hat er zum Beispiel für Wildbienen eine Zuflucht geschaffen. Und die haben ihm dafür im miesen Jahr aus der Patsche geholfen.

Kinder toben über den Rasen, schaukeln oder versuchen sich beim Dosenwerfen. Die Erwachsenen wärmen sich im Vereinsheim auf, klönen ein bisschen oder inspizieren die aufgeschichteten Äste und Zweige. Beim Osterfeuer in der Kleingartenkolonie Carlslust im Celler Hehlentorgebiet geht es gemütlich zu, man könnte auch sagen sehr familiär.

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