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Mittendrin Celler Engagement in der Rente: Menschenkontakt durch Freiwilligenarbeit
Mehr Mittendrin Celler Engagement in der Rente: Menschenkontakt durch Freiwilligenarbeit
15:21 16.03.2017
Quelle: Alex Sorokin (1) / Marie Schiller (6) / privat (1)
Celle Stadt

„Die Arbeit hier macht mir sehr viel Spaß, weil sie abwechslungsreich ist“, erklärt sie. Den ganzen Tag allein in ihrem Haus hocken, kommt für die Rentnerin nicht in Frage. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit in dem Kaufhaus ist sie an drei Tagen in der Woche außer Haus beschäftigt und lernt neue Menschen kennen. „Ich liebe den Kontakt zu Kunden und Kollegen.“ Montags, dienstags und donnerstags engagiert sie sich im Neufundland. Um zehn Uhr wird der Laden geöffnet. „Etwa zehn nach neun bin ich schon da, koche Tee und Kaffee und stelle Kekse auf den Tisch“, erzählt die 68-Jährige. Nachdem mit den Kollegen etwas geklönt und die Kasse eingeräumt wurde, öffnen sich die Ladentüren auch schon für Kunden und Gäste.

Manche Menschen treffen sich regelmäßig an bestimmten Tagen im Laden, trinken einen Kaffee, erzählen, diskutieren das Weltgeschehen und schlendern anschließend durch die Verkaufsräume. „Da bekommt man einige spannende Lebensgeschichten mit“, so Laumert. Manchmal vertrauen Stammgäste den Mitarbeitern des Kaufhauses sogar ihren Kummer und ihre Probleme an. Jeden Tag gibt es neue Artikel im Sortiment. „Deshalb lohnt es sich, einmal öfter vorbeizuschauen“, rät Laumert.

Neufundland ist voller Leben. Da hat Renate Laumert viel zu tun. Manchmal übernimmt sie die Kasse, manchmal räumt sie die Kisten aus dem Lager aus und sortiert die gespendeten Artikel in die Regale. „Da ist sehr verlockend, weil es immer wieder spannende Artikel gibt“, so Laumert. Manchmal kauft sie selbst auch Dinge aus dem Laden und spendet eigene, die sie nicht mehr braucht. Preise müssen zugeordnet und aufgeklebt werden und Kunden suchen Beratung. „Ich finde die Idee des Ladens toll – niemand muss etwas wegschmeißen und der Erlös der verkauften Dinge wird an Celler Projekte gespendet“, meint Laumert. Es ist ihr wichtig, hinter dem Laden und seiner Philosophie stehen zu können. Durch den Verkauf hat das Neufundland im vergangenen Jahr zum Beispiel Klassenfahrten mitfinanziert oder für das Bildungspatenprojekt und die Flüchtlingshilfe gespendet.

Neben ihrem ehrenamtlichen Engagement trifft sich Renate Laumert gern mit Freunden, unternimmt etwas mit ihnen gemeinsam und besucht verschiedene Veranstaltungen. Auch aus dem Kollegenkreis des Neufundlands haben sich schon private Aktionen ergeben.

„Mein Leben ist sehr abwechslungsreich. Ich brauche einfach den Kontakt zu Menschen“, erklärt die Seniorin. Sie möchte das Ehrenamt auf jeden Fall weiterführen. Die verschiedenen Facetten und Aufgabenbereiche, die sie im Laden ausüben kann, gefallen ihr alle. „Ich denke, wenn man ein Ehrenamt ausübt, sollte es auch Spaß machen“, sagt Laumert.

Von Marie Schiller