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Mittendrin Celler Landwirte diskutieren über Gentechnik
Mehr Mittendrin Celler Landwirte diskutieren über Gentechnik
18:14 27.07.2017
Dr. Malte Finck erläutert am sogenannten Tütenquartier mit 100.000 Tüten über einzelne Pflanzenbündel Züchtungsmethoden zur Entwicklung von Hybriden. Quelle: Lothar H. Bluhm
Wohlde

„Eine unausgewogene Auslegung könnte andernfalls Innovationen hemmen – und damit den Fortschritt“, ergänzt während des Feldtages auch Malte Finck, Marketingleiter Getreide: Bei den neuen Züchtungsmethoden gehe es darum, zu unterscheiden. So entstandene Pflanzen, die auch von selbst in der Natur oder durch klassische Kreuzung und Kombination entstehen, sind naturidentisch. Das heißt, es werden Genbestandteile verändert, die auch in der Natur von selbst passieren könnten. „Werden die neuen Züchtungsmethoden so angewendet, ist es keine Gentechnik.“

Wenn artfremde Gene eingefügt werden, entstehen gentechnisch veränderte Pflanzen. Das kann in der Natur von selbst nicht passieren und wäre dann Gentechnik. Finck: Und das sei die Unterscheidung, die hier sauber zu machen ist. „Viele der neuen Züchtungsmethoden führen zu Pflanzen, die auch in der Natur entstanden sein könnten. Deshalb sind wir natürlich und da sind alle Züchter dafür, dass diese in Deutschland nicht gesondert reguliert und dann auch angewendet werden können.“ Gentechnik ist in Deutschland nicht akzeptiert. Wenn die Bevölkerung das so sieht, dann sei das auch von Züchtern akzeptiert.

Man kenne die Glyphosatdiskussion. So ähnlich werde auch um die sogenannten neuen Züchtungsmethoden diskutiert. „Hier geht es um die Frage, ob die durch die neuen Züchtungsmethoden entstandenen Produkte wie Gentechnik zu regulieren sind.“

Wie Finck ausführt, kommen Experten zu dem Schluss, dass Pflanzen, die mithilfe bestimmter neuer Züchtungsmethoden entstanden sind, wie konventionell gezüchtete Pflanzen einzustufen sind.

Ähnliche Erklärungen haben zuständige Behörden Deutschland und weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie Schweden, Finnland, Irland, Großbritannien und Spanien abgegeben.

Bei möglichen Bewertungen komme es vor allem darauf an, wie das sogenannte Vorsorgeprinzip angewendet wird. Grundsätzlich besagt es, neue Technologien verbieten zu können, sofern sie Mensch und Umwelt schaden könnten. Es gehe zugleich um den Nutzen, den die Innovation der Landwirtschaft bringen kann.

Von Lothar H. Bluhm