Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Mittendrin Celler Landwirte informieren sich über Zuchtfortschritte
Mehr Mittendrin Celler Landwirte informieren sich über Zuchtfortschritte
11:46 27.07.2017
Informationen über neue Sorten standen im Vordergrund des Feldtages in Wohlde. Quelle: Lothar H. Bluhm
Wohlde

Für Hans-Otto Pralle aus Wolthausen ist der Feldtag wichtig: „Hier gibt es schwerpunktmäßig die aktuellsten Informationen zu den neuesten Roggen-Sorten.“ Und sein Berufskollege Hans-Heinrich Kruse aus Klein-Hehlen stimmt ihm zu: „Der Zuchtfortschritt geht immer weiter.“ Darum habe auch er jetzt an dem Feldtag der KWS-Lochow in Wohlde teilgenommen.

Zwischen den dunkelgrünen Parzellenmähdreschern und dem gläsernen Parzellenaussaatsystem Plotseek XL sitzen die rund 100 Landwirte, Berater und Fachleute.

„Wir leben von Innovationen“, sagt Jürgen Leitzke, der Leiter der Business Unit Getreide der Kleinwanzlebener Saatzucht (KWS) in Wohlde. „Auch wenn hier am Standort traditionell der Hybridroggen eine große Rolle spielt, sollten die anderen Getreidearten nicht zu kurz kommen.“

Zuchtfortschritt zeige sich in Form neuer Sorten, unterstreicht Leitzke und verweist auf insgesamt neun Sorten bei Weizen, Roggen und Gerste: Man habe die ertragsstärkste Neuzulassung im Weizen und im Bereich der mehrzeiligen Wintergerste setze eine Sorte in puncto Qualität und Ertrag neue Maßstäbe. Beim Roggen wurden gleich zwei Hybridroggen- und eine GPS-Hybridroggensorte neu zugelassen. „Alle Hybridroggen aus unserem Hause besitzen die bewährte Pollenplus-Mutterkornabwehr und wurden entsprechend geprüft.“

Leitzke weiter: „Unsere neuen Roggensorten werden an 18 Standorten in Deutschland in Parzellen-Exaktversuchen angebaut. Somit stehen schon zu einem frühen Zeitpunkt ausreichend Ergebnisse zu den neuen Sorten zur Verfügung.“

Gerade für eine intensive und moderne Züchtung werden neue Technologien immer wichtiger, um Zuchtfortschritt sicherzustellen. Pflanzenzüchtung habe eine lange Tradition. Sie begann mit Kreuzung und Selektion – später haben neue Verfahren ermöglicht, Pflanzen effektiver zu züchten und an die Bedürfnisse der Landwirte und Konsumenten sowie an klimatische Bedingungen anzupassen. „Aus dieser langen Erfahrung, aus sorgfältiger Beobachtung und aus neuen wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt: Ein besonderes Risiko, das sich allein aus der Anwendung einer bestimmten Züchtungsmethode ableitet, gibt es nicht. Weder bei der Kreuzungs- noch bei der Mutationszüchtung oder der markergestützten Selektion.“

Bei der Bewertung der neuen Züchtungsmethoden komme es, wie bei jeder Innovation, auf eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken an. „Wir sind der Meinung, dass die neuen Züchtungsmethoden – gepaart mit immer besserer Versuchstechnik – notwendig sind, um Zuchtfortschritt für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft sicherzustellen. Eine pauschale Klassifizierung als Gentechnik wäre fatal, weil die neuen Züchtungsmethoden dann für Europa nicht genutzt werden können und die europäische Landwirtschaft somit weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren würde“, wird während des Feldtages unterstrichen. Für Hans-Otto Pralle aus Wolthausen, Hans-Heinrich Kruse und Hans-Jürgen Knop aus Klein-Hehlen ist wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Darum waren sie nach Wohlde gekommen.

Von Lothar H. Bluhm