Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Mittendrin Celler Paul-Klee-Schule: Hightech im Klassenraum
Mehr Mittendrin Celler Paul-Klee-Schule: Hightech im Klassenraum
19:10 08.10.2015
Schulleiter Uwe Kirchner ist der Herr über 25.000 Quadratmeter. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Von außen sieht die neu gebaute Paul-Klee-Schule aus wie eine ganz normale Lernstätte. Innen strotzt der Neubau aber nur so von neuester Technik, die den gehandicapten Schülern ein optimales Umfeld bieten soll.

Zum Beispiel funkt eine spezielle Anlage den Schülern mit Höreinschränkungen die Worte des Lehrers direkt per Bluetooth ins Ohr. "Sonst ist es für die Kinder sehr anstrengend, zuzuhören", weiß Schulleiter Uwe Kirchner. Er ist der Herr über das 7000 Quadratmeter große Gebäude, das auf einem 25.000 Quadratmeter großem Gelände steht.

Sein Lieblingsraum ist der "Ruheraum", den er scherzhaft auch "heimliches Lehrerzimmer" nennt. "Hier muss man schon reservieren, damit man rein darf." Weiße Sitzmöglichkeiten gibt es in dem dunklen Raum, der nur von bunten Lichtern ein wenig aufgehellt wird. Ein bisschen erinnert er an eine Bar. "Hier erhalten schwer mehrfahchbehinderte Kinder intensive Reizerlebnisse", so Kirchner.

Sehr beliebt ist laut Kirchner auch der Trampolinraum. Hier sind die Wände mit dicken Matten gepolstert und der Fußboden ist ein Trampolin. Wie auf Volksfesten können Kinder hier auch mit einem Gurt gesichert werden.

Neben den Highlights gibt es aber auch einfache Dinge, wie höhenverstellbare Tische und Stühle, die den Schülern und Lehrern das Leben erleichtern sollen. Türschilder können sprechen, damit sehbehinderte Schüler wissen, ob sie beim richtigen Raum sind. Zur besseren Orientierung haben die verschiedenen Bereiche in der Schule verschiedene Bodenfarben. "Das klappt sehr gut. Nach einer Woche haben unsere Schüler das alle begriffen", so Kirchner. Aber auch an das Personal wurde gedacht. Damit die Physiotherapeuten nicht jedes Kind aus dem Rollstuhl hieven müssen, sind in den Behandlungsräumen Deckenkräne angebracht.

Insgesamt besuchen 158 Kinder und Jugendliche die Paul-Klee-Schule. Sie sind in 22 Klassen der Jahrgänge eins bis zwölf unterteilt. In jeder Klasse kümmern sich ein Lehrer und ein pädagogischer Mitarbeiter um die Kinder. Zum Teil müssen diese nicht mehr die Schulaufgaben der Kinder kontrollieren. Das machen die neuen Tafeln. "Die sogenannten Smartboards können Aufgaben darstellen und anhand der Schrift erkennen, ob sie richtig oder falsch sind. Zudem können Lehrer ihr Unterrichtsmaterial, das auf dem Hauptserver gespeichert ist, jederzeit auf jedem Smartboard abrufen", sagt Kirchner stolz.

Stolz ist er auch auf die Trainingswohnungen, in denen die Schüler den Start in ein selbstständiges Leben üben. Hier wird gekocht, geputzt und gespielt. "Das mit dem Putzen müssen wir aber noch ein bisschen üben", scherzt Kirchner. Neben den Lernbereichen können die Kinder natürlich auch toben: Bällebad, Air-Hockey-Tisch, Spielplatz, Billard-Tisch, Krökel-Tisch – die Paul-Klee-Schule ist voll ausgestattet. Und auch Kinder im Rollstuhl müssen nicht doof danebenstehen. Im Rollstuhl-Karussell und auf der Rollstuhl-Schaukel kommen auch sie auf ihre Kosten, so dass allen Schülern der Aufenthalt in der Schule so angenehm wie möglich gemacht wird. Nur dass alle Schüler gern zur Schule kommen, das wird man auch mit neuester Technik und den schönsten Bauten wohl nicht hinbekommen.

Von Alexander Hänjes