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Mittendrin Celler Unternehmer blicken optimistisch auf 2018
Mehr Mittendrin Celler Unternehmer blicken optimistisch auf 2018
17:03 19.12.2017
Von Klaus Frieling
2018 kann kommen: Die Celler Unternehmer erwarten im neuen Jahr gute Geschäfte. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Celle Stadt

Für die Commerzbank-Erhebung waren Freiberufler, Handwerker und Gewerbetreibende mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro befragt worden – nicht nur die, die ihr Konto bei der Commerzbank haben. Die in den vergangenen Jahren arg gebeutelte, in Celle dominierende Bohr- und Service-Branche war also angesichts höherer Umsätze nicht gefragt.

Insgesamt 82 Prozent der Celler Unternehmer beurteilen die Geschäftsentwicklung ihrer Branche demnach als sehr gut oder stabil. Mit 52 Prozent ist die Zahl der positiven Einschätzungen in Celle deutlich höher als im vergangenen Jahr. 44 Prozent der Unternehmer bewerten die Auftragslage des eigenen Betriebs als besser, 43 Prozent als stabil – Zahlen, die besser sind als der Bundestrend (allerdings lag die „Metropolregion“ Celle zuvor auch deutlich darunter).

Auch für das kommende Jahr sind die Celler Unternehmer optimistisch: 88 Prozent der Befragten erwarten für 2018 eine positive Wirtschaftsentwicklung – deutlich mehr als im Vorjahr.

Größtes Hindernis für mehr Innovationen stellt laut Commerzbank-Studie der Mangel an ausgebildeten Arbeitnehmern. „Keine geeigneten Fachkräfte zu finden, bleibt das mit Abstand größte Risiko für die Celler Unternehmer“, bilanziert Christof Schiebler, Leiter Unternehmerkunden der Commerzbank Celle. „Folgerichtig erwarten 81 Prozent der Befragten von einer neuen Bundesregierung Verbesserungen bei der Bildungspolitik.“ Ganz oben auf diesem „Wunschzettel“ stünden auch steuerliche Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Als weiteres Hindernis für eine gedeihliche Entwicklung gilt den Wirtschaftsakteuren die noch immer lückenhafte Breitbandkabel-Infrastruktur im Celler Raum. „Immer wieder hören wir von unseren Kunden, sie könnten kein Online-Banking betreiben, weil ihre Internet-Anbindung mangelhaft ist“, erzählt der Direktor der Celler Commerzbank-Filiale, Kai Mechler.

Insgesamt fehlten Forschung und Entwicklung in Celle, monieren die beiden Banker bei der Vorstelllung der Commerzbank-Studie gegenüber der CZ. „Die Innovationsfreundlichkeit ist beispielsweise in Wolfsburg deutlich besser als hier bei uns.“ Durch einen Großkonzern wie VW hat sich dort eine Vielzahl von Entwicklungs- und Zulieferfirmen angesiedelt. In der Folge zieht es die begehrten Fachkräfte eher weniger nach Celle – ein Negativtrend mit vielfältigen unschönen Folgen für das hiesige Wirtschaftsleben.

Trotzdem ist die Fachwerkstadt im Geflecht der bundesweit rund 1000 Commerzbank-Filialen ein „prominenter Standort“, sagt Mechler. So soll das Haus am Großen Plan nach dem Vorbild neugestalteter Beratungszentren zum „Flagship light“ ausgebaut werden. Neue Arbeitsplätze werden in Celle entstehen – auch damit will die Bank zur wirtschaftlich guten Stimmung in der Region beitragen.