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Mittendrin Celler Verbraucherschützer beraten bei Problemen mit Online-Shops
Mehr Mittendrin Celler Verbraucherschützer beraten bei Problemen mit Online-Shops
17:00 19.09.2016
Augen auf beim Online-Kauf: Beim Internet-Shopping - können Verbraucher auf die Nase fallen – Hilfe gibt es bei der Verbraucherberatung. Quelle: Jens Büttner
Celle Stadt

Denn auch Celler Schnäppchen-Jäger landen manchmal in so genannten Fake-Shops. Sie berichten dann bei der Verbraucherberatung an der Schuhstraße, dass bestellte Waren nicht zugeschickt wurden, dass Pakete beschädigt sind oder die Qualität der bestellten Ware hinter den Erwartungen zurück blieb. Dabei ist oft in Vorkasse bezahlt worden und das Geld weg.

Verbraucherberaterin Christina Ruge kennt die Probleme aus ihrem Alltag, denn immer wieder kommen verärgerte Online-Shop-Kunden zu ihr in die Verbraucherberatung und bitten um Information: „Vielfach fragen mich die Menschen um Rat, wie sie dann wieder an ihr Geld kommen. Das ist schwierig und oft gar nicht so einfach bis aussichtslos.“

Deshalb empfiehlt die Verbraucherschützerin, beim Online-Kauf genaue Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sollte der erste Blick unter anderem dem Impressum gewidmet werden. „Hier müssen Angaben zur Identität des Unternehmens zu finden sein, wie Registerangaben, vollständige, ladungsfähige Postanschrift“, weiß Ruge. Ein weiterer Hinweis auf fehlende Seriosität könnte sein, dass von mehreren Bezahlmöglichkeiten während des Bestellvorganges nur die Vorauskasse, Direktüberweisung oder der Versand per Nachnahme übrig bleibt. Da sollten die „Warnlampen leuchten“: „Grundsätzlich hat der Kunde zwar kein Recht auf Wahl einer bestimmten Zahlungsart. Meist lassen Anbieter ihren Kunden jedoch die Wahl zwischen mehreren Zahlungsmitteln, von denen im Bestellformular eines durch Ankreuzen ausgewählt werden muss.“

Am sichersten sei die Bezahlung nach Erhalt einer Rechnung oder die Erteilung einer Einzugsermächtigung. „Hier geht man nicht das Risiko ein, keine, eine andere als die bestellte oder und eine fehlerhafte Ware zu erhalten und trotzdem seinem Geld hinterherzulaufen: Eine Rechnung wird erst dann gezahlt, wenn die Ware eingetroffen ist und bei der Einzugsermächtigung kann dem Bankeinzug innerhalb von acht Wochen nach Belastung des Kontos widersprochen werden.“ Anders ist dies aber bei Zahlung per Überweisung vor Warenerhalt oder bei Zahlung mit Kreditkarte. „Diese Zahlungsarten bedeuten eine Umkehr des Prinzips ‚Erst die Ware, dann das Geld‘. Wenn dem Kunden die Ware nicht gefällt, muss er die bereits erfolgte Zahlung vom Unternehmer zurückfordern, was mühsam sein kann“, warnt Ruge.

Nachnahmesendungen minimieren zwar das Risiko, schützen aber nicht vor Betrügereien.

Online-Händler sind verpflichtet, ihre Angebote mit Preisangaben auszustatten. Angegeben werden muss dabei stets der Gesamtpreis für die Ware oder Leistung inklusive Mehrwertsteuer. Ruge: „In jedem Fall muss in einem Onlineshop für jede Ware im Rahmen d er Produktbeschreibung angegeben sein, innerhalb welcher Frist diese lieferbar ist.“ Anzuraten sei es auch, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Online- Shops zusammen mit dem Bestellvorgang zu speichern oder auszudrucken. „Und letztendlich gibt es keine Garantie, dass ich nicht doch in eine Falle tappe.“

Von Lothar H. Bluhm