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Mittendrin Cellerin macht Kindern das Leben leichter
Mehr Mittendrin Cellerin macht Kindern das Leben leichter
16:23 22.06.2017
Celle Stadt

Mein Traum: Es gibt Kinder, die wissen nicht, wie man Konflikte richtig austrägt. Beispielsweise müssen sie erst lernen, dass Gewalt nicht die Lösung ist, wenn sie Stress mit anderen haben. Bei „Pro Kids“ geben wir ihnen Werkzeuge an die Hand, wie sie mit solchen Situationen besser umgehen können. Wir fragen: Wie ist es zu dem Vorfall gekommen? Was hättest Du vielleicht anders machen können? Wir ermuntern sie dazu, das eigene Verhalten zu reflektieren. Dabei gehen wir spielerisch an die Sache heran, versuchen, Vertrauen aufzubauen und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Wenn man irgendwann merkt, dass sie sich weiterentwickeln und man selbst ein Stück dazu beigetragen hat, dann ist das ein gutes Gefühl.

Mein Weg dahin: In meinem Beruf habe ich nur wenig mit Menschen, dafür aber sehr viel mit Zahlen zu tun. Seit fast einem Jahr ist das Ehrenamt mein Ausgleich. Zusammen mit zwei Sozialpädagogen kümmere ich mich jeden Dienstag um eine Gruppe 11- bis 13-Jähriger, die in der Schule verhaltensauffällig geworden sind. Ich tue das, weil ich Kinder gern habe und weil ich es traurig finde, wenn man in jungen Jahren schon so ein schweres Schicksal hat. Es ist schön, wenn Kinder berichten, dass sie sich nach unserem Treffen anders mit einer Situation auseinander gesetzt haben oder wenn Lehrern auffällt, dass sich ihr Verhalten verändert hat.

Das Problem: Inzwischen besteht eine Klasse oft aus bis zu 30 Schülern. Die Lehrkräfte können sich deswegen gar nicht so intensiv um jedes Kind kümmern, wie es eigentlich nötig wäre. Es ärgert mich oft, dass die Menschen heutzutage so egoistisch sind. Es wäre schon vielen geholfen, wenn die Leute nicht immer jammern und die Schuld nur bei den anderen suchen würden, sondern einfach mal selber aktiv werden.

Das tue ich dagegen: Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben. Die zwei Stunden,die ich pro Woche bei „Pro Kids“ verbringe, tun mir nicht weh. Im Gegenteil, ich bin durch mein Engagement ausgeglichener geworden. Ich wünsche mir, dass die Kinder von diesem Projekt profitieren. Vielleicht ist es ganz gut, wenn jemand dabei ist, der keine Pädagogenbrille aufhat.

Von Christina Matthies