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Mittendrin Dänen in Celle: "Ein Schatz, den ihr bewahren müsst"
Mehr Mittendrin Dänen in Celle: "Ein Schatz, den ihr bewahren müsst"
18:17 01.09.2016
Gäste aus Kopenhagen buchen gerne das "Caroline-Mathilde-Special" und suchen Spuren ihrer einstigen dänischen Königin im Celler Residenzschloss.  Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Dänen pflegen eine ganz besondere Beziehung zu Celle. Sie begeben sich gerne auf Spurensu­che ihrer einstigen Königin Caroline Mathilde, die wegen der Liebesbezie­hung zu ihrem Leibarzt in das Residenzschloss verbannt wurde. Meist reicht den Dänen ein Celle-Besuch im Leben nicht aus. Viele kehren zurück, weil sie Gästeführerin Jytte Asmus ins Herz geschlossen haben. Die Touristen lieben das herzliche laute Lachen der gebürtigen Dänin, ihre Geheim­tipps und ihren dänischen Humor.

Asmus weiß ganz genau, welche Ecken die Gäste noch nicht kennen. Die 71-Jährige macht aber nicht nur hier vor Ort PR für Celle: Sie hat die Deutsch-Dänische Ge­sellschaft mitgegründet und zahlrei­chen Journalisten die Stadtgeschichte nähergebracht. Sie hat schon an einer Fernsehdokumentation mitge­wirkt. Verschiedene Dokus über die Lünebur­ger Heide hat auch Vivian Lynbeck gesehen. „Jetzt will ich mir Celle in echt anschauen“, sagt die 75-Jährige. Sie erzählt akzentfrei auf Deutsch: „Ich genieße hier die Ruhe und tanke bei dieser tollen Atmosphäre positive Energie.“ Sie liebt das unvergleichliche Altstadtensemble Celles. In Kopen­hagen gebe es zwar auch Fach­werkhäuser. Sie seien aber nicht so intakt wie hier, da es in der dänischen Hauptstadt mehrmals gebrannt hat. Spätestens in den 1970er Jahren wurden Häuser abgerissen und durch Platten­bau ersetzt. „Passt gut auf euer Fach­werk auf. Das ist ein Schatz, den ihr bewahren müsst.“

Die Dänen buchen Stadt- und Schlossführung gleich im Doppel­pack. Sie lieben die Prunkgemächer, das Barocktheater und die gotische Schlosskapelle mit ihren Verzierungen. Evy Bergen-Holz ist ganz aufgeregt, als sie den Sakralraum ver­lässt. Denn sie kennt diesen besonderen Ort noch ohne Schutzglas. 1960 war die heute 78-Jährige das erste Mal hier. Auf dem Motorrad fuhr sie mit ihrem Verlob­ten über die A7 nach Celle. An die Details der Reise kann sie sich nicht mehr erinnern, aber eine Sache kann sie nicht vergessen: „Wir haben damals in einem Hotel in der Altstadt geschlafen. Dort waren die Wände so schräg, dass mein Mann die Bibel unter unser Bettgestell geschoben hat“, erzählt sie und lacht.

Von Dagny Rößler