Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Mittendrin Deutschlands größter Apothekenroboter steht in Hambühren
Mehr Mittendrin Deutschlands größter Apothekenroboter steht in Hambühren
13:22 03.02.2014
Präsentiert stolz seinen Medikamenten-Vollautomat: der Hambührener Apotheker Jens Woost im Warenlager. Quelle: Lothar H. Bluhm
Hambühren

HAMBÜHREN. Apotheker Jens Woost strahlt über das ganze Gesicht. Immerhin kann er jetzt 55.000 Medikamentenpackungen vollautomatisch einsortieren und anschließend auslagern. „Alle Packungen werden bei der Einlagerung dreidimensional vermessen und per automatischer Barcodescannung erfasst, so dass eine eindeutige Identifizierung jeder Packung möglich ist“, sagt der Hambührener Apotheker. Studien belegen, dass bei der bisher weit verbreiteten Handkommissionierung etwa 16 Prozent Fehler aufgetreten seien. „Durch halbautomatische Handscanner konnten wir diese Fehlerquote erheblich reduzieren – auf ein Prozent.“ Durch das vollautomatische Verfahren betrage die Fehlerquote jetzt lediglich 0,01 Prozent. Also ein erheblicher Zugewinn bei der Patientensicherheit.

Etwa 300 Packungen kann der Vollautomat in seinem dreifach redundanten Warenlager pro Stunde einlagern. Auf einem zehn Meter langen Band werden die Packungen transportiert, bevor sie in der Fill-in-Box eingescannt und anschließend abgelegt werden.

Auf der anderen Seite des Automaten werden die bestellten Medikamente in verschiedenen Geschwindigkeiten ausgelagert: Bis zu 1500 Packungen werden pro Stunde mit der Multipickanlage ausgelagert. 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche. „So schnell kann kein Mensch die Kommissionierung vornehmen“, ist Woost von dem Roboter überzeugt. So habe das Personal mehr Zeit für die wichtige Stationsberatung und –betreuung, denn die Klinik versorgende Apotheke in Hambühren beliefert zurzeit 15 Krankenhäuser und viele Heime im Umkreis bis zu 100 Kilometern. Von Hildesheim über Fallingbostel bis Bevensen. „Insgesamt werden rund 5000 Klinikbetten von uns versorgt.“

Woost sieht die Investition als Wachstumsimpuls, durch den keine der insgesamt 18 Arbeitsplätze verloren gehen. Im Gegenteil: „Wir könnten noch weitere 3000 Klinikbetten mit unserem Automaten versorgen.“

Von Lothar H. Bluhm