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Mittendrin Gefahr für junge Fahrer: Alkohol am Steuer
Mehr Mittendrin Gefahr für junge Fahrer: Alkohol am Steuer
15:26 07.02.2012
Peter Schoch trinkt nur Wasser am Steuer. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

„Einmal und nie wieder“, sagt Lea M. über ihre Erfahrung, angetrunken Auto zu fahren. Lea heißt eigentlich anders und fuhr kürzlich nachts eine kurze Strecke mit dem Auto. „Das war in Hannover. Wir hätten eine halbe Stunde auf die Bahn warten müssen, nur um drei Stationen zu fahren“, erinnert sie sich. Sie hatte bereits seit zwei Stunden nichts Alkoholisches mehr getrunken und fühlte sich sicher. „Mir fuhr einige Minuten eine Polizeistreife hinterher, als würden sie etwas ahnen.“ Die Angst, erwischt zu werden, war ihr eine Lehre: „So etwas mache ich nicht noch einmal.“

Auch Lukas J. hat Erfahrungen mit Alkohol am Steuer gemacht. „Meine Fahrt mit Alkohol war eher ein Versehen“, sagt der 21-Jährige. Er hatte erst vor kurzem den Führerschein gemacht, fuhr zum ersten Mal mit dem Wagen zu einer Kneipe. „Ich bestellte wie immer ein Weizenbier, dann noch ein zweites, bis ich nach draußen schaute und mein Auto sah“, beschreibt Lukas. „Da fiel mir ein, dass ich noch fahren muss.“ Bei der Fahrt zurück nach Hause fühlte er sich zwar relativ nüchtern, aber trotzdem unwohl: „Ich wusste ja, dass ich eigentlich nicht fahren durfte.“ Das war seine erste und letzte betrunkene Autofahrt. Freunde, die betrunken noch fahren wollen, hält Lukas ab. „Ich würde nie bei jemandem mitfahren, der nicht mehr nüchtern ist“, ist er sich sicher.

„Ich bin noch nie gefahren, wenn ich etwas getrunken hatte“, sagt Nico Thiemann aus Bergen. Er hat sich vorgenommen, das auch nie zu tun. Der 19-Jährige kenne auch niemanden, der als Fahrer schon einmal betrunken gewesen sei.

Die Aufklärungsinitiative „Geklärt, wer fährt!“ des Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev, zielt darauf ab, junge Menschen vom betrunkenen Fahren abzuhalten. Die deutschlandweite Kampagne richtet sich an Jugendliche und setzt sich für 0,0 Promille am Steuer ein. Zu dem Konzern gehören unter anderem die Biermarken Beck‘s und Franziskaner.

Gerade junge Fahrer bauen unter Alkoholeinfluss häufig Unfälle: 25 Prozent der alkoholisierten Unfallbeteiligten sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Die Verantwortung liegt beim Fahrer. Martina Thöne, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Celle, befürwortet die Präventionskampagne: „Jeder verunglückte Fahrer ist einer zu viel. Außerdem gefährden Angetrunkene im Straßenverkehr nicht nur sich selbst, sondern auch andere.“

Junge Erwachsene können sich bei „Geklärt, wer fährt!“ als Botschafter bewerben, um Gleichaltrige auf Augenhöhe über die Gefahren von Alkohol am Steuer aufzuklären. Das soll dazu beitragen, alkoholbedingte Unfälle zu vermeiden. (ath)

Von Amelie Thiemann