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Mittendrin Gelbe Engel im Landkreis Celle im Dauereinsatz
Mehr Mittendrin Gelbe Engel im Landkreis Celle im Dauereinsatz
20:36 01.03.2018
Quelle: Lea Kraft
Landkreis Celle

Wer im Winter morgens mit dem Auto zur Arbeit fahren möchte, muss es erst einmal von einer Menge Schnee und Eis befreien. Das kann nervig sein und viel Zeit in Anspruch nehmen. Richtig problematisch wird es jedoch, wenn der Wagen nach all dieser Mühe gar nicht erst anspringt. Zu kalt für die Batterie. Autobesitzer können nun auf einen Verwandten oder Nachbarn hoffen, der ihnen Starthilfe gibt. Oder aber sie wenden sich an den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC), der dann seine „Gelben Engel“ losschickt.

Einer dieser Engel ist Michael Feierabend. Mit seinem Firmenwagen ist er Tag für Tag auf Niedersachsens Straßen unterwegs und hilft ADAC-Mitgliedern, die ein Problem mit ihrem Auto haben. Häufigste Pannenursache: entladene oder defekte Batterien. Alleine gestern gab Feierabend innerhalb von fünf Stunden drei Mal Starthilfe und ersetzte drei alte oder defekte Batterien.

Von allen Einsätzen des gesamten Jahres 2017 waren knapp 40 Prozent in Niedersachsen auf eine schwache Batterie zurückzuführen. Insgesamt halfen die „Gelben Engel“ im vergangenen Jahr in Niedersachsen 312.462 Autofahrern. Das bedeutet, dass sie ungefähr alle zwei Minuten bei einer Panne zur Stelle waren. Die meisten davon passieren natürlich im Winter.

„Wenn es so kalt ist wie jetzt, haben wir schon mal 15 bis 20 Einsätze am Tag“, erzählt Feierabend. „Da kann es dann leider auch schon mal zu längeren Wartezeiten kommen.“ Wenn ein Anruf beim ADAC eingeht, wird er in der Zentrale aufgenommen. Die dortigen Mitarbeiter geben den Einsatz an einen oder mehrere Straßenwächter weiter. Auf einem Bildschirm in seinem Auto kann Michael Feierabend einen Einsatz abrufen und bestätigen. Hier bekommt er außerdem Informationen zum Fahrer und zum Auto. Das eingebaute Navi lotst ihn automatisch zum Einsatzort.

Vor Ort erkundigt sich Feierabend noch einmal genau, was mit dem Auto nicht stimmt. Meistens folgt darauf ein Blick in den Motorraum. Springt das Auto beispielsweise nicht an, kann er erst einmal mit seinem Dienstwagen Starthilfe geben. Wenn das nicht funktioniert, misst er als nächstes Spannung und Stromstärke. Gerade bei Kälte kommt es nicht selten vor, dass die Batterie ihren Geist aufgibt.

Aber nicht alle Probleme beim Autofahren hängen mit der Batterie zusammen. Bei größeren Defekten kann auch ein „Gelber Engel“ manchmal nicht helfen. „Wir sind ja keine fahrende Werkstatt“, sagt Feierabend. „Wir helfen wo wir können, aber nicht alles kann man einfach so beheben.“ Das Wichtigste sei dann, für die Kunden da zu sein. „Ich merke immer wieder, dass die Leute schon erleichtert sind, wenn ich nur auftauche. Da brauche ich noch gar nichts machen.“

In den meisten Fällen finden die „Gelben Engel“ ihre Kunden über die zugeteilten Einsätze. Manchmal kommen sie aber auch zufällig an einem liegen gebliebenen Fahrzeug vorbei. So war es auch gestern Mittag: Auf dem Weg zu einem Termin in Uetze kommt Michael Feierabend auf der B3 an einem auf dem Seitenstreifen abgestellten Auto vorbei. Natürlich hält er an, um zu sehen, ob er helfen kann. Die Fahrerin ist sichtlich erleichtert. Sie hatte zuvor bereits mehrfach versucht, beim ADAC anzurufen. Sie kam aber offenbar wegen der vielen Pannen nicht durch.

Feierabend sieht sich den Wagen an und erkennt schnell, dass es Probleme mit dem Abgas gibt. Vermutlich ein Defekt am dafür zuständigen Rückführungsventil. Dies ist eine Panne, die er nicht sofort beheben kann. Zwei Polizeibeamte kommen hinzu. Sie möchten, dass der Liegenbleiber so schnell wie möglich von der Straße kommt. Da das Auto trotz des Defekts noch fahren kann, begleitet Michael Feierabend es zur nächsten Werkstatt in Nienhagen. Dann kann es weiter gehen zur nächsten defekten Batterie.

Michael Feierabend arbeitet seit mittlerweile 31 Jahren für den ADAC. Ihm gefällt die Verbindung zwischen Technik und Sozialem. „Ich habe damit quasi mein Hobby zum Beruf gemacht. Aber es nicht für jeden etwas. Wir reparieren nicht still in irgendeiner Werkstatt, wir reden auch mit den Leuten.“ Ein „Gelber Engel“ müsse gut mit anderen Menschen klar kommen und sich mit ihnen unterhalten können. Außerdem sei es wichtig, kreativ zu sein und sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen.

„Wir haben auch nicht immer klar geregelten Arbeitszeiten, das muss einem bewusst sein. Wir arbeiten in 14 Schichten, auch sonn- und feiertags. Unfälle können schließlich immer passieren.“ Der Arbeitstag eines „Gelben Engels“ dauere meistens ungefähr acht Stunden. Im Winter könnten es aber auch schon mal zwischen neun und zehn werden. „Da muss man dann etwas flexibel sein. Bis zu elf Stunden dürfen wir.“

Am Ende seiner Schicht meldet Michael Feierabend sich bei der Zentrale ab, damit ihm keine neuen Einsätze zugeteilt werden. Die übernimmt jetzt ein anderer Engel. Michael Feierabend macht sich auf den Weg nach Hause, zu seiner Familie. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Wagen auch morgen wieder anspringen wird und der Engel nicht selbst Hilfe benötigt.

Von Lea Kraft

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