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Mittendrin Hans-Dieter Katschkowski: „Wenn die Sirene heult, fährt man mit“
Mehr Mittendrin Hans-Dieter Katschkowski: „Wenn die Sirene heult, fährt man mit“
14:53 06.03.2012
Dieter Katschkowski Quelle: Torsten Volkmer
Becklingen

„Wenn die Sirene heult, fährt man mit“, beschreibt Hans-Dieter Katschkowski aus Becklingen das Leben in der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 50 Jahren ist Katschkowski bereits bei der Freiwilligen Feuerwehr Becklingen aktiv, im Januar wurde er für seine langjährige Mitgliedschaft geehrt.

Der 68-Jährige stammt gebürtig aus Ostpreußen, musste 1945 mit seiner Mutter kriegsbedingt flüchten. Nach knapp einem Monat landeten die beiden in Becklingen – und blieben. Erst anderthalb Jahre alt wurde Katschkowski ein "richtiger Becklinger".

Er machte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, doch für ihn stand früh fest, dass sein Herz an der Feuerwehr hängt. 1962 trat der damals 18-Jährige in die Freiwillige Feuerwehr Becklingen ein: „Ich wollte Menschen in Notsituationen helfen.“

Katschkowski brachte sich intensiv in die Freiwillige Feuerwehr Becklingen ein, besuchte verschiedene Lehrgänge um neue Aufgaben zu übernehmen. „Zuerst war ich Maschinist, Anfang der 80er Jahre übernahm ich als Stadtausbildungsleiter die Grundausbildung für die Freiwillige Feuerwehr im Stadtbereich Bergen“, erzählt der ehemalige Ausbilder, der 15 Jahre lang junge Leute auf die Feuerwehr vorbereitete.

1975 machte er „sein Hobby zum Beruf“. Katschkowski wurde Berufsfeuerwehrmann bei der Feuerwehr der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz in Bergen. Von 1991 bis zu seinem Ruhestand 2008 leitete er die Feuerwehr des Truppenübungsplatzes. Als Brandoberinspektor trug der engagierte Feuerwehrmann die Verantwortung für knapp 30 Feuerwehrmänner.

„Gerade bei schwierigen Einsätzen bin ich immer mitgefahren“, erinnert sich der Becklinger. Er stand seinen Kollegen bei. Katschkowski erzählt von Abenden, die die Männer nach einem belastenden Einsatz mit Gesprächen verbracht haben. „Die Aufarbeitung hinterher ist sehr wichtig, die kann nicht umgangen werden.“

Mit 65 Jahren beendete Katschkowski seinen Dienst bei der Bundeswehr-Feuerwehr. Im selben Jahr wurde ihm für sein langjähriges Engagement das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Becklingen ist Katschkowski auch weiterhin aktiv. Mit 62 Jahren schied er aus dem freiwilligen Feuerwehrdienst aus und widmet sich seitdem als Schriftführer und Fotograf in der Altersabteilung neuen Aufgaben.

Mit seiner Frau Marianne wohnt Katschkowski seit 1975 in dem großen Haus aus grauem Ziegelstein am Ortseingang von Becklingen, ganz in der Nähe des ehemaligen Becklinger Bahnhofs. Seine vier Töchter sind aus dem Haus, mittlerweile hat Katschkowski sieben Enkel. Der Platz ist da und Katschkowski nutzte ihn. „Ich habe mir oben mein Büro eingerichtet“, sagt er und zeigt stolz „sein Reich“.

In dem Büro erinnern Urkunden, Bilder, Zinnteller und Feuerwehr-Modellwagen an Katschkowskis bewegtes Leben bei der Feuerwehr. In Ordnern dokumentiert er die Unternehmungen der 15 Männer, die die Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Becklingen bilden. „Wir treffen uns einmal Monat und unternehmen etwas. Zum Beispiel besichtigen wir die Einsatzleitstelle der Feuerwehr oder das Unternehmen Lochow Petkus in Wohlde“, erzählt er. „Außerdem renovieren wir die Holzbänke der Freiwilligen Feuerwehr im Ort.“

Katschkowski greift zielsicher nach einem Ordner mit Berichten über die Freiwillige Feuerwehr. Stolz blättert er durch die Seiten, entdeckt immer wieder etwas, das ihn an eine bestimmte Tätigkeit erinnert. „Das war schon toll“, kommentiert er einige Bilder und lächelt. (ath)

Von Amelie Thiemann