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Mittendrin Jobsharing in Celle: "Modell nicht ad hoc umzusetzen"
Mehr Mittendrin Jobsharing in Celle: "Modell nicht ad hoc umzusetzen"
15:02 01.03.2017
Celle Stadt

Ein allgemeiner Tenor: Jobsharing in diesem Kontext ist ein vielversprechendes Modell mit sehr guten Ansätzen – allerdings in den meisten Bereichen wohl doch nicht ad hoc umzusetzen.

Das Gehalt für zwei Personen inklusive Versicherung übersteigt das nur eines Arbeitnehmers deutlich – den Mehranteil erbrachter Arbeit wird das in der Regel nicht decken.

Eine Investition in den gesundheitlichen Aspekt – gegen Burnout, für mehr Zufriedenheit - muss man sich ein Arbeitgeber leisten können und wollen.

Auch ein geteilter Ganztagsjob bleibt finanziell gesehen letztlich ein Halbtagsjob – sowohl was die Einkünfte betrifft (das muss man sich leisten können und wollen), als auch in Betracht von Renten- und Alterssicherung.

Qualitatives Jobsharing hängt von einer ganzen Reihe von Voraussetzungen ab: Die beiden Teilenden brauchen gute Teamfähigkeit, einen gleichwertigen Stand von Ausbildung und Wissen – oder müssen sich zumindest gut ergänzen. Motivation, Einsatzbereitschaft und Zielorientierung müssen ebenfalls ausgeglichen gegeben sein. Dazu kommt eine hohe Kommunikationsbereitschaft – die notwendigen Absprachen sind ein Posten, der wiederum Arbeitszeit kostet.

Ist Jobsharing auch für qualifiziertere Arbeitsplätze also doch eher Utopie? Die Anwesenden sahen in dem Modell ein gutes Konzept und eine echte Alternative –allerdings müssten wohl noch einige Weichen gestellt und herkömmliche Unternehmensstrukturen verändert werden. Beispiele von funktionierendem Jobsharing gibt es schon – für das Funktionieren in größeren Bereichen müsste noch einige Voraussetzungen geschaffen werden. Allerdings wäre es eine große Chance, auch Fachkräfte zu binden, die einen Ganztagsjob nicht mehr in Betracht ziehen: Etwa Frauen mit Kindern oder ältere Mitarbeiter, die gerne in Altersteilzeit blieben.

Von Doris Hennies