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Mittendrin Kampf der Celler Straßenmeistereien gegen das Winterwetter
Mehr Mittendrin Kampf der Celler Straßenmeistereien gegen das Winterwetter
14:37 14.12.2016
Aktuelle Wettermeldungen, Computervorhersagen für die nächsten zehn Tage und viel persönliche Erfahrung sind Grundlagen amtlicher Wetterwarnungen des DWD. Die einzelnen Wetterdaten müssen genau ausgewertet werden. Quelle: Alexander Heimann
Celle Stadt

Naja, so ganz überraschend kam der Wintereinbruch Anfang November nicht. Immerhin hatte ARD-Wettermann Sven Plöger schon am Sonntag vorher nach den Tagesthemen angekündigt, dass die neue Woche winterlich startet. Dennoch starteten etliche Menschen einigermaßen unvorbereitet in die Woche und hatten mit heftigem Schneefall zu kämpfen.

Rechtzeitig war bei der Straßenmeisterei Celle am Bremer Weg die Rufbereitschaft angeordnet worden, denn durch die regen Kontakte zum Deutschen Wetterdienst (DWD) habe man sich schon ein recht konkretes Bild von der zu erwartenden Wetterlage machen können, sagt Chef Wolf-Rüdiger Matthies. „Alle drei Stunden werden die Informationen aktualisiert“, betont er und weist auf den permanenten Datenaustausch hin. So werde auch das Straßenwetter-Zustands- und Informationssystem, kurz SWIS, entwickelt. In Weyhausen ist eine SWIS-Anlage installiert. Hinzu kommen die Anlagen an der Autobahn in Berkhof und im Allertal. „Da ist sehr gut zu erkennen, wie sich die jeweiligen Wetterfronten bewegen. Das ist besonders wichtig für Eisregenaufkommen.“

Erfahrungsgemäß seien die Bereiche Unterlüß und Faßberg die kältesten Regionen im Kreisgebiet: „Da ist es immer so ein bis zwei Grad kälter“, weiß Matthies.

Ein weiteres Mittel zur Wetterentwicklung sind die „Winterdienstgucker“. In Hermannsburg und Celle hat immer ein Mitarbeiter Guckdienst: Nachts um zwei Uhr schauen sie, ob sich die Prognosen bestätigen. Sie entscheiden dann, in welchem Umfang der Winterdienst erfolgen muss. „Sie können sehr gut einschätzen, was zu tun ist“, lobt Matthies seine Mitarbeiter. Ein Problem sei allerdings, wenn die Wetterlage nach dem Gucken plötzlich aufklart und der Frost die Lage drastisch verändert.

In neun Streuschleifen werden die vier Streufahrzeuge der Straßenmeisterei und die von drei Dienstleistern auf die insgesamt rund 400 Kilometer lange Strecke von Landes- und Bundesstraßen geschickt „Unsere Schleifen sind so optimiert, dass wir möglichst schnell rumkommen und keine Doppelfahrten haben.“ Dabei müssen auch die Vorratssilos an der Strecke mit berücksichtigt werden. Bei Bedarf sei so ein dreimaliger Umlauf möglich. Damit richtet sich die Straßenmeisterei genau nach dem Merkblatt „MK6a“, in dem geregelt ist, dass präventiv zu streuen ist. So werde weniger Salz benötigt.

Ähnlich arbeitet die Kreisstraßenmeisterei in Lachendorf: „Wir betreuen 305 Kilometer Kreisstraße und 160 Kilometer Radwege“, sagt Holger Gralher. „Unser Anspruch ist, dass wir wenigstens bis zum Berufsverkehr morgens durch sind.“ Das Problem sei auch bei ihm späterer Frost am Morgen. „Wir können nicht überall gleichzeitig sein.“

Von Lothar H. Bluhm