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Mittendrin Kreis will Eltern informieren
Mehr Mittendrin Kreis will Eltern informieren
17:30 02.02.2012
Von Simon Ziegler
Nachklapp Kreistag, Schulen Quelle: nicht zugewiesen
Landkreis Celle

Die Celler Landkreisverwaltung hat einen Tag nach der Kreistagsentscheidung zur Schulreform Informationsveranstaltungen zur Oberschule angekündigt. Sollte der Celler Stadtrat am 9. Februar den Weg für die Einrichtung der Oberschulen endgültig freimachen, wovon alle Beteiligten ausgehen, werde es zügig Veranstaltungen in den Landkreis-Kommunen geben, sagte gestern Reinhard Toboll, Schulamtsleiter des Landkreises.

Der Träger der weiterführenden Schulen plant Durchführungen an allen Oberschulstandorten, also in Winsen, Wathlingen, Eicklingen, Lachendorf, Bergen und Hermannsburg. In der Stadt Celle soll es zwei oder drei Termine geben. Mit Unterstützung der Landesschulbehörde soll die Elternschaft über die neue Schule, die möglichen Abschlüsse, die Differenzierung des Unterrichts und inhaltliche Schwerpunkte der Schulen aufgeklärt werden. Die ersten Veranstaltungen sollen laut Toboll vor den Osterferien stattfinden, Termine stehen noch nicht fest. Die Ferien beginnen am 26. März. Die Anmeldefrist für die neuen fünften Klassen endet am 22. Juni.

Der Kreistag hatte am Dienstag mit den Stimmen von CDU, SPD und WG dem Schulkompromiss zwischen Stadt und Landkreis zugestimmt. Es gab zwölf Gegenstimmen, die von Grünen, FDP und Linke kamen. Als einziger Sozialdemokrat votierte Tobias Oehler gegen den Kompromiss. Er hatte als Kreiselternratsvorsitzender den Bildungspakt scharf kritisiert.

Der Kreistag hatte mit Mehrheit nicht nur dem Schulkompromiss zugestimmt, sondern auch entschieden, dass die von Landrat Klaus Wiswe (CDU) und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) am 23. Januar veröffentlichte Pressemitteilung „zustimmend zur Kenntnis genommen wird“. In der Mitteilung hieß es, dass „die Einrichtung einer Gesamtschule keineswegs automatisch die Schließung des Gymnasiums Ernestinum oder des Hölty-Gymnasiums beinhaltet“. Die - rechtlich jetzt verbindliche - Pressemitteilung dient also als Definition des zwischen Stadt und Kreis ausgehandelten Ergänzungsvertrags. Der war so schwammig formuliert, dass diese Klarstellung nötig wurde.

Allerdings ist damit die Existenz der vier Celler Gymnasien nicht „automatisch“ gesichert. Denn allein die Anmeldezahlen werden entscheiden, welche Häuser eine Zukunft haben. So weit wie die FDP dürften gleichwohl die wenigsten gehen. Gestern sagte deren Kreistagsabgeordneter Charles Sievers, dass wegen Oberschulen und Gesamtschule „alle Gymnasien im Landkreis um ihre Existenz bangen müssen“.