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Mittendrin Kühle Hotels für Griechenland-Urlauber
Mehr Mittendrin Kühle Hotels für Griechenland-Urlauber
17:15 09.09.2013
Von Oliver Gatz
Familienbetrieb mit ehrgeizigen Projekten (von links): Firmengründer Albert Gross, Ehefrau Helga, Enkel Fabian, Firmeninhaber Bernd Gross und Ehefrau Gabi. Quelle: Karin Dröse (Archiv)
Helmerkamp

Der Handwerksbetrieb Bernd Gross aus Helmerkamp hat sich auf Brunnenbau, Pfahlgründungen, Grundwasserabsenkungen, aber auch Geothermie spezialisiert. „Erdwärme zählt zu den regenerativen Energien und kann sowohl zum Heizen wie Kühlen als auch zur Stromerzeugung nutzbar gemacht werden“, erläutert Geschäftsführer Bernd Gross. Und genau dieses Angebot führte zu einem der spannendsten Projekte des Betriebes.

„Ein Geschäftspartner plant in Griechenland den Neubau von Hotelanlagen und fragte uns nach Rat in Bezug auf die Verringerung der enormen Energiekosten“, berichtet Gross. „Die Stromkosten bei einem 600-Betten-Hotel liegen allein für die Klimaanlagen bei etwa einer Million Euro.“ Eine Lösung im Bereich der Geothermie lag auf der Hand. Die Vorstellung war, ein System zur geothermischen Kühlung zu installieren.

„Das Funktionsprinzip ist ziemlich einfach“, schildert der Geschäftsführer. „Durch Geothermiesonden im Boden wird kühles Wasser nach oben gefördert. Anschließend wird das kühle Wasser ins Gebäude geleitet und kühlt die Räume über Wärmeüberträger."

Die Idee stand, aber zahlreiche technische Fragestellungen türmten sich auf – von der erforderlichen Anzahl der Sonden bis hin zur Regenerationsfähigkeit des Felsuntergrundes, auf dem die Hotelanlage errichtet werden soll. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Celle bot an dieser Stelle den geeigneten Anknüpfungspunkt durch die Verbindung zum Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW). Dieses ermöglicht den Wissens- und Technologietransfer von Forschungseinrichtungen speziell für kleine und mittlere Unternehmen. So auch für die Idee der geothermischen Kühlung von Bernd Gross-Brunnenbau.

In Zusammenarbeit mit einem Experten des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme konnten Lösungsansätze gefunden werden. Auch die Idee eines Zero-Emission-Ansatzes wurde vorgeschlagen, bei dem vor allem der CO2-Ausstoß möglichst auf Null reduziert wird.

Mittlerweile ist Gross mit seinen Planungen gut vorangeschritten. Es stünden zwar noch einige Gespräche aus. Natürlich hat auch die wirtschaftliche Situation in Griechenland dazu beigetragen, dass sich einige Schritte verzögert haben, aber das Projekt ist auf einem guten Weg. „Wir freuen uns jetzt schon auf den Moment, wenn unser geothermisches System Griechenland-Urlaubern kühle Hotelzimmer beschert“, sagt Gross.

Der Landkreis Celle gehört dem Regionalen Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung (ARTIE) an. Dieses will die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen stärken. Die Verzahnung zwischen den Firmen und Forschungseinrichtungen übernimmt das TZEW in Kooperation mit der kommunalen Wirtschaftsförderung. Das Angebot des TZEW ist für die Unternehmen kostenfrei. Interessenten können sich an die Wirtschaftsförderung unter ☏ (05141) 9166060 wenden oder einen Termin mit dem TZEW unter ☏ (04141) 787080 vereinbaren.